Die meisten Wikinger waren keine Plünderer, sondern Bauern, Haendler und Handwerker. Ein Blick in das lange Haus, in dem ihr Leben stattfand.
Das Bild vom wilden Wikinger mit Hornhelm ist ein Mythos des 19. Jahrhunderts – auf der Opernbuehne entstanden, nicht im echten Norden. Die allermeisten Menschen der Wikingerzeit waren Bauern, Handwerker und Haendler, deren Leben sich um Hof, Vieh und Jahreszeiten drehte.
Mittelpunkt war das Langhaus: ein bis zu dreissig Meter langer Bau aus Holz, Flechtwerk und Lehm, oft mit Grassoden gedeckt. In der Mitte brannte die Feuerstelle, deren Rauch durch eine Oeffnung im Dach abzog. Hier wurde gekocht, gegessen, gewebt, geschlafen – und im Winter teilten oft Mensch und Vieh dasselbe Dach, das gab Waerme.
Maenner pfluegten, fischten, schmiedeten und bauten Schiffe; Frauen fuehrten den Hof, webten, brauten und verwalteten die Vorraete – ihnen gehoerte der Schluessel zur Truhe, ein Zeichen ihrer Stellung. Kinder halfen frueh mit. Das Leben war hart, geregelt und stark von der Gemeinschaft der Sippe gepraegt.
„Frueh soll aufstehn, wer Arbeiter wenig hat, und gehn, sein Werk zu beschauen.“Havamal 59, Uebertragung nach Karl Simrock (gemeinfrei)
Auch im Alltag liebte man das Schoene: kunstvoll verzierte Fibeln, geschnitzte Geraete, gravierte Anhaenger. Genau diese Freude am verzierten Gebrauchsgegenstand ist es, die wir in unserer Manufaktur weiterleben lassen.