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Die Bildsteine von Gotland

Geschichte Die Bildsteine von Gotland

Lange bevor die Edda aufgeschrieben wurde, erzählten die Menschen auf Gotland ihre Geschichten in Stein – in Bildern, die bis heute rätseln lassen.

Auf der schwedischen Ostseeinsel Gotland haben sich hunderte Bildsteine erhalten – aufrecht stehende Steinplatten, die über viele Jahrhunderte mit Bildern geschmückt wurden. Sie sind eine einzigartige Quelle: Hier sehen wir die Mythen, wie die Menschen sie sich selbst vorstellten.

Erzählungen in Bildern

Auf den größeren Steinen reihen sich Szenen übereinander wie Felder eines Comics: oben oft ein Reiter auf einem achtbeinigen Pferd – Odin auf Sleipnir, der in Walhall einreitet –, darunter ein Langschiff mit vollem Segel, dazu Kämpfer, Frauen mit Methorn und rätselhafte Knoten wie der Valknut.

Vom Heidentum bis zur Christianisierung

Die ältesten Steine stammen aus dem 5. Jahrhundert, die kunstvollsten aus der Wikingerzeit. Viele standen an Wegen und Gräbern als Denkmäler. Weil wir die zugehörigen Geschichten oft nur bruchstueckhaft kennen, bleibt manche Szene bis heute ungedeutet.

Warum sie uns wichtig sind

Die Bildsteine zeigen ein Grundprinzip nordischer Kultur: Eine ganze Geschichte kann in einem einzigen Bild stecken. Genau diese Idee hat unser lasergraviertes Atli-Motiv auf Teak aufgegriffen – eine Sage, erzählt in einem Bild.

Die Bildstein-Datenbank und Museen verlinken wir in der Bibliothek.

Bilder statt Buchstaben

Anders als Runensteine tragen die meisten Bildsteine kaum Schrift – sie erzählen in Bildern. Man sieht Segelschiffe mit vollen Segeln, Reiter, Kämpfe, Prozessionen und Szenen, die an Götter- und Heldensagen erinnern. Ursprünglich waren sie leuchtend bemalt.

Schiffe und Reiter

Besonders häufig sind Schiffe – ein Zeichen für die Bedeutung der Seefahrt – und Reiter, die von einer Frau mit einem Trinkhorn empfangen werden. Viele deuten diese Szene als Ankunft eines Gefallenen in einer jenseitigen Halle, doch sicher ist die Deutung nicht.

Eine Chronologie in Stein

Der Archäologe Sune Lindqvist ordnete die Bildsteine in Stilgruppen von der Völkerwanderungszeit bis in die Wikingerzeit. So lassen sich an ihnen der Wandel von Kunst, Mode und Weltbild über viele Jahrhunderte ablesen.

Warum sie so wertvoll sind

Weil schriftliche Quellen der heidnischen Zeit fehlen, sind die Bildsteine ein unersetzliches Fenster in die Vorstellungswelt der Nordleute – für uns bei GLANZ & GRAVUR eine faszinierende Quelle echter nordischer Bildsprache.

Beleg: Mehrere hundert Bildsteine sind auf Gotland erhalten (u. a. Tjängvide, Ardre, Lärbro). Lindqvists Typologie (1941/42) ordnet sie chronologisch.
Mythos-Check: Deutungen wie „das ist Odin auf Sleipnir" oder „das ist Walhall" sind meist Interpretationen, keine gesicherten Fakten – die Steine tragen kaum erklärende Inschriften. Und die kräftigen Farben auf Repliken sind moderne Rekonstruktionen.

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