Rund fuenf Jahrhunderte vor Kolumbus setzten Nordmaenner ihren Fuss auf amerikanischen Boden. Lange galt das als Sage – bis Spaten es bewiesen.
Dass Christoph Kolumbus 1492 „Amerika entdeckte“, lernt jedes Kind. Doch rund 500 Jahre frueher waren schon Nordmaenner dort – ein Beweis fuer die unglaubliche Reichweite ihrer Schiffe.
Die Wikinger besiedelten Island, dann Groenland. Von dort war es nur noch ein Schritt weiter nach Westen. Die Vinland-Sagas erzaehlen, wie Leif Eriksson um das Jahr 1000 ein fruchtbares Land mit Wald und wilden Trauben erreichte und es Vinland nannte.
Lange hielt man die Sagas fuer Dichtung. Dann fanden Archaeologen in den 1960er-Jahren an der Nordspitze Neufundlands die Reste einer Wikingersiedlung: L'Anse aux Meadows. Haeuser im nordischen Langhausstil, Eisennaegel, eine Schmiede – der eindeutige Beweis, dass Nordmaenner tatsaechlich in Nordamerika gewesen waren. Die Staette ist heute UNESCO-Welterbe.
Die Siedlung bestand nur kurz. Die grosse Entfernung zur Heimat und Konflikte mit der einheimischen Bevoelkerung machten ein dauerhaftes Bleiben wohl unmoeglich. Doch die Leistung bleibt: Mit offenen Holzschiffen ueber den Nordatlantik bis an den Rand einer neuen Welt.
Mehr ueber die Schiffe, die das moeglich machten, im Beitrag ueber die Drachenschiffe.