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Yggdrasil – der Baum, der die Welten traegt

Mythologie Yggdrasil – der Baum, der die Welten traegt

Im Zentrum der nordischen Weltvorstellung steht ein Baum. An seinen Wurzeln entscheidet sich Schicksal, in seiner Krone wacht ein Adler – und alles ist miteinander verbunden.

Keine andere Vorstellung praegt die nordische Mythologie so sehr wie Yggdrasil, die gewaltige Weltesche. Sie ist die Achse, um die sich alles dreht: Ihre Wurzeln und Aeste verbinden die neun Welten miteinander, von den Hoehen der Goetter bis in die Tiefe der Toten.

Die neun Welten

Zu ihnen zaehlen unter anderem Asgard, die Welt der Asen-Goetter; Midgard, die Welt der Menschen; Jotunheim, das Land der Riesen; Vanaheim, die Heimat der Wanen; Alfheim der Lichtalben und Svartalfheim der Zwerge; sowie die Feuerwelt Muspelheim, die Nebelwelt Niflheim und das Totenreich Hel. Die genaue Zahl und Anordnung schwankt je nach Quelle – die Neun aber ist eine heilige Zahl des Nordens.

Leben im Baum

Yggdrasil ist kein totes Geruest, sondern ein lebendiges Geschoepf voller Bewohner. In seiner Krone sitzt ein Adler, an der Wurzel nagt der Drache Nidhoeggr. Zwischen beiden flitzt das Eichhoernchen Ratatoeskr auf und ab und traegt – so erzaehlt es die Grimnismal – ihre Schmaehungen hin und her. Vier Hirsche fressen an den Knospen, und an den Stamm nagen weitere Tiere: Der Baum leidet, und doch traegt er die Welt.

Die Brunnen an den Wurzeln

Unter den Wurzeln liegen Quellen von grosser Bedeutung. Am Urdbrunnen halten die Nornen Gericht und bestimmen das Schicksal. Am Mimisbrunnen liegt die Weisheit verborgen – Odin opferte dort ein Auge, um daraus zu trinken. So wird der Baum zum Bild fuer eine Welt, in der alles zusammenhaengt: Wissen, Schicksal, Werden und Vergehen.

Wer das Geflecht der Mythen weiter erkunden moechte, findet in unserem Runen-Lexikon und in der Bibliothek die passenden Quellen.

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