Die Wikinger kamen, raubten – und blieben. Jedenfalls über den Winter. Statt nach jedem Beutezug heimzusegeln, richteten sie sich an Rhein und Maas in befestigten Lagern ein und machten es sich sogar in den Pfalzen der Kaiser bequem.
Im Herbst 880 bezogen die Nordmänner Winterquartier in der Pfalz Karls des Großen zu Nijmegen (dem Valkhof). Im Frühjahr zogen sie weiter – und brannten die Anlage nieder. Deshalb ist von Karls Nijmegener Palast bis heute kaum etwas erhalten.
Nach seiner Rückkehr aus Italien rief Kaiser Karl III. 882 ein großes Heer zusammen und belagerte das befestigte Wikingerlager Asselt an der Maas. Doch statt zu stürmen, verhandelte er. Die Mainzer Annalen behaupten sogar, ein bestochener Berater (Liutward von Vercelli) habe den Kaiser zum Frieden überredet, als das Lager fast gefallen wäre. Anführer Gottfried ließ sich taufen, bekam Friesland als Lehen und die fränkische Prinzessin Gisela zur Frau; die übrigen wurden mit Silber abgefunden. Es wurde Karls Ruf als „Wegkaufer“ geboren.
Lange hielt der Friede nicht: 885 wurde Gottfried wegen einer Verschwörung in eine Falle gelockt und erschlagen.
Den Wendepunkt brachte der Osten des Reiches. 891 hatte sich ein Wikingerheer in einem Lager an der Dyle bei Leuven (im heutigen Belgien) verschanzt. König Arnulf von Kärnten ließ die Befestigung stürmen und trieb die Nordmänner in den Fluss, wo viele ertranken. Zwei „Könige“ fielen, 16 Banner wurden erbeutet. Die große Festlands-Raubwelle war gebrochen.

Wie die Wikinger nach Aachen kamen, liest du im Beitrag 881 – als die Wikinger vor Aachen standen.