Südslawen

Die Slawen, die über die Donau auf den Balkan zogen – und dort eigene Reiche und Kirchen schufen.

Stammbaum

Während West- und Ostslawen sich in Mitteleuropa und der osteuropäischen Ebene ausbreiteten, überquerte eine dritte Gruppe die Donau und besiedelte ab dem späten 6. Jahrhundert den Balkan – teils unter dem Druck der Awaren, teils im Sog des zerfallenden oströmischen Grenzschutzes.

Krieger im Schildwall
Über die Donau auf den Balkan: die Landnahme der Südslawen ab ca. 580.

Serben & Kroaten

Westlicher/zentraler Balkan · ab 7. Jh.

Die großen südslawischen Völker des westlichen Balkans. Beide gründeten im Mittelalter eigene Reiche und Kirchen und wurden – Serben orthodox, Kroaten katholisch – Teil unterschiedlicher Kulturkreise.

Slowenen

Ostalpen / Pannonien · ab 6./7. Jh.

Die nordwestlichsten Südslawen, früh im Einflussbereich des Frankenreichs und der Ostalpen. Das frühmittelalterliche Karantanien gilt als einer ihrer Ursprünge.

Bulgaren (slawisiert)

Unterer Donauraum / östlicher Balkan · ab 681

Das Erste Bulgarische Reich (gegr. 681) begann als Herrschaft der turksprachigen Bulgaren über eine zahlreiche slawische Bevölkerung. Im Lauf der Zeit wurden die Bulgaren slawisiert – Volk und Sprache wurden slawisch. Ein Musterbeispiel dafür, dass „slawisch werden“ oft sprachlich-kulturell war, nicht genetisch.

Beleg: Die byzantinischen Quellen (u. a. Prokop, später Konstantin Porphyrogennetos) bezeugen die slawische Landnahme des Balkans im 6.–7. Jahrhundert recht gut. Im Bulgarischen Reich entstand mit der kyrillischen Schrift (nach Kyrill und Method) ein kulturelles Zentrum der Slawen.
Quellenlage: Vom heidnischen Glauben der Südslawen ist am wenigsten überliefert – sie wurden früh christianisiert (Bulgarien um 864, orthodox). Reste alten Glaubens leben höchstens in Volksbräuchen fort; vieles ist nicht sicher rekonstruierbar.

Auch hier bleibt als sichtbares indogermanisches Erbe vor allem der Donnergott-Typus (Perun) – die Klammer, die slawischen, baltischen, germanischen und weiteren Glauben verbindet.

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