Von den Stämmen der Waldsteppe zur Kiewer Rus – und ihren Göttern Perun und Veles.
Östlich der Westslawen, in den weiten Wäldern und Steppen zwischen Bug, Dnjepr und dem Schwarzen Meer, siedelten die Ostslawen. Aus ihren Stammesbünden – Poljanen, Drewljanen, Kriwitschen, Wjatitschen und anderen – wuchs ab dem 9. Jahrhundert ein mächtiges Reich: die Kiewer Rus.

Rund ein Dutzend Stammesvereinigungen besiedelten die Flusssysteme der osteuropäischen Ebene. Sie sind die gemeinsamen Vorfahren der heutigen Russen, Ukrainer und Belarussen.
Ein Reich an den großen Handelswegen „von den Warägern zu den Griechen“. Skandinavische Waräger (Rus) und Slawen verschmolzen hier. Fürst Wladimir I. ließ 988 das Reich christianisieren (orthodox, nach Konstantinopel) – das Ende des slawischen Heidentums als Staatskult.
988, kurz vor der Taufe, ließ Wladimir laut der Nestorchronik in Kiew ein Pantheon aufstellen: an der Spitze Perun, der Donner- und Kriegsgott (mit silbernem Haupt und goldenem Schnurrbart), dazu Dazhbog (Sonne), Stribog (Wind), Chors, Simargl und die einzige Göttin Mokosch (Frauen, Spinnen, Schicksal). In den Eiden der Rus-Verträge mit Byzanz schwört man bei Perun und Veles (dem Vieh- und Eidgott).
Die stärkste echte Parallele zum Norden ist der Donnergott: Perun entspricht dem baltischen Perkūnas und dem germanischen Donar/Thor – ein uraltes indogermanisches Erbe.