Wenn der Monat Þorri endet und Góa beginnt, ist das Härteste überstanden. Der erste Tag, Konudagur, gilt der Herrin des Hauses – ein leiser Feiertag zwischen Winter und der ersten Ahnung von Frühling.
Wann Góa fällt
Der Monat Góa folgt unmittelbar auf Þorri. Sein erster Tag, Konudagur („Frauen-" oder „Ehefrauentag"), ist ein Sonntag zwischen dem 18. und 24. Februar – das Gegenstück zum Bóndadagur, mit dem Þorri begann.
Was die Quellen sagen
Góa ist eine Gestalt der isländischen Kalendersage: In der Vorgeschichte des Hversu Noregr byggðist und der Orkneyinga saga erscheint sie als Tochter des Winterkönigs Þorri. Der Monatsname ist alt; der Tag selbst, Konudagur, wird in Island bis heute begangen. Eine Deutung als eigene Frühlings- oder Hausgöttin ist verlockend, aber nicht gesichert – hier bewegen wir uns im Bereich der Kalendersage, nicht der belegten Kultpraxis.
Sinn des Festes
Wo Bóndadagur den Bauern und Hausherrn ehrte, ehrt Konudagur die Herrin des Hauses – jene, die Vorräte, Herd und Familie durch den langen Winter gehalten hat. Es ist ein Fest des Dankes an dem Punkt, an dem die Kraft am ehesten ausgeht und das Ende der Dunkelheit endlich in Sicht kommt.
Heute feiern
Ein Tag, um denen zu danken, die dich durch die dunkle Zeit getragen haben: kleine Gaben, die ersten Blumen, wenn du welche findest, ein gemeinsames Frühstück – und der erste bewusste Blick auf die Knospen, die sich unter dem Schnee schon rühren.
Ein Vers zum Fest
doch unterm Schnee
regt sich die Knospe,
rührt sich das Jahr.
Dank der Hand,
die den Winter trug –
bald bricht das Grün
durch die harte Zeit.
Und jetzt du: Dichte selbst einen kurzen Vers für dieses Fest – vier, fünf Zeilen genügen, es muss sich nicht reimen. Trag ihn beim nächsten Mal am Feuer oder beim Sumbel vor. Das ist die schönste Ehre, die man einem Fest erweisen kann.
Quellen
Altisländischer Kalender (Góa; Konudagur); Hversu Noregr byggðist / Orkneyinga saga (Þorri & Góa als Kalendergestalten). Deutung als Göttin unsicher.
