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Sven Gabelbart – der Wikingerkönig, der England eroberte

Geschichte & Funde Sven Gabelbart – der Wikingerkönig, der England eroberte

Manche Wikinger raubten, andere ließen sich Danegeld zahlen – Sven Gabelbart tat beides und griff dann nach der Krone selbst. 1013 unterwarf der dänische König ganz England; der englische König floh außer Landes. Nur fünf Wochen später war Sven tot. Ein Blick auf einen der mächtigsten Männer der späten Wikingerzeit – und den Vater Knuts des Großen.

Sohn Harald Blauzahns

Sven Gabelbart (altnordisch Sveinn tjúguskegg) war der Sohn Harald Blauzahns – jenes Königs, der Dänemark geeint und getauft hatte. Sven erhob sich gegen den Vater und wurde König von Dänemark. Damit stand ihm die volle Macht des dänischen Reiches zur Verfügung: Flotten, Krieger und der Ehrgeiz, den sein Haus seit Gorm angesammelt hatte.

Von der Plünderung zur Eroberung

England war reich und geschwächt. Jahrzehntelang hatten die Wikinger es geplündert und sich mit immer höherem Danegeld auszahlen lassen. Sven aber wollte mehr als Silber – er wollte das Land. In wiederholten Feldzügen zermürbte er den Widerstand des englischen Königs Æthelred. 1013 war es so weit: England unterwarf sich, Æthelred floh in die Normandie.

Und das ganze Volk hielt ihn für den vollen König. Angelsächsische Chronik, zum Jahr 1013 (über Sven Gabelbart; altenglisch, gemeinfrei)

Fünf Wochen König

Doch Svens Triumph war kurz. Am 3. Februar 1014 starb er – nur wenige Wochen nach seinem Sieg, kaum dass er die englische Krone errungen hatte. Sein Werk aber blieb nicht liegen: Sein Sohn Knut kehrte zurück, gewann England erneut und wurde als Knut der Große Herr über ein Nordseereich aus Dänemark, England und Norwegen.

Das Ende einer Epoche

Mit Sven und Knut erreichte die Wikingerzeit ihren politischen Höhepunkt: keine Raubzüge einzelner Häuptlinge mehr, sondern Königreiche und Eroberungen im großen Stil. Es war zugleich der Anfang vom Ende – bald verschmolz die Welt der Wikinger mit dem christlichen Europa. Wie das Silber diese Zeit prägte, zeigt unser Beitrag über Danegeld und Maldon; die Wurzeln der Dynastie liegen bei Gorm dem Alten.

Was gesichert ist

Sven Gabelbart (Sveinn tjúguskegg), Sohn Harald Blauzahns, war König von Dänemark und führte lange Feldzüge gegen England (finanziert auch durch Danegeld). 1013 unterwarf er England; König Æthelred floh in die Normandie. Sven starb am 3. Februar 1014, nur wenige Wochen später. Sein Sohn Knut der Große eroberte England erneut und schuf ein Nordseereich (Dänemark, England, Norwegen). Quellen sind u. a. die Angelsächsische Chronik und Adam von Bremen.

Mythos-Check

Adam von Bremen zeichnet Sven als heidnischen Rebellen und Abtrünnigen – das ist eine feindselige, spätere und unzuverlässige Darstellung; Sven war tatsächlich Christ. Auch war seine „Eroberung" 1013 eher eine Unterwerfung durch Druck als eine einzige große Schlacht. Sicher sind die Feldzüge, die Unterwerfung Englands 1013, sein Tod am 3.2.1014 und die Nachfolge Knuts.

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