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Das Thing – wo Recht gesprochen wurde

Geschichte Das Thing – wo Recht gesprochen wurde

Die Wikinger kannten keine zentrale Staatsmacht. Recht und Politik entstanden auf der Versammlung freier Menschen – dem Thing.

Wie ordnet eine Gesellschaft ihr Zusammenleben, die keine Beamten, keine geschriebenen Gesetzbücher und oft nicht einmal einen König kennt? Die Antwort der Nordmänner war das Thing.

Die Versammlung der Freien

Das Thing war die regelmäßige Versammlung der freien Männer einer Gegend. Hier wurden Streitigkeiten geschlichtet, Urteile gefällt, Verträge geschlossen und wichtige Entscheidungen getroffen. Wer ein Anliegen hatte, trug es vor der Gemeinschaft vor – die Öffentlichkeit selbst war die Instanz.

Der Gesetzessprecher

Da die Gesetze nicht aufgeschrieben waren, gab es den Gesetzessprecher (Logsogumadr): einen Mann, der das geltende Recht auswendig kannte und es bei der Versammlung laut vortrug. Recht war damit etwas, das im Gedächtnis der Gemeinschaft lebte.

Das Althing auf Island

Die berühmteste dieser Versammlungen ist das isländische Althing, das der Überlieferung nach um 930 auf der Ebene von Thingvellir erstmals zusammentrat. Es gilt als eines der ältesten noch bestehenden Parlamente der Welt. Hier zeigt sich, wie ernst die Wikinger das Recht nahmen – auch ohne Staat im modernen Sinn.

„Wo du Unrecht weißt, da nenn es Unrecht und gönne dem Feinde keinen Frieden.“Havamal 127, Übertragung nach Karl Simrock (gemeinfrei)

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