Æftera Líða, der „Nach-Litha", ist der Hochsommermonat nach der Sonnenwende. Die See bleibt ruhig, das Licht steht hoch – und auf den Wiesen fällt das Gras unter der Sense.
Name & Bedeutung
Wie sein Zwilling trägt auch dieser Monat den Namen Líða – „mild, segelbar". Er folgt der Sommersonnenwende; in Schaltjahren steht der eingeschobene Þriliða zwischen den beiden. Der deutsche Heumond nennt die Arbeit, die den Monat prägt.
Arbeit & Brauch
Die Heuernte steht in vollem Gang: Gras wird gemäht, gewendet, getrocknet und eingefahren, denn das Winterfutter entscheidet über den Bestand der Herde. Die ruhige See erlaubt weiter Fahrten und Handel. Schon richtet man den Blick auf die nahende Getreideernte und dengelt die Sicheln.
Bedas Zeugnis
Líða bedeutet „mild" oder „segelbar" … man pflegte über die ruhige See zu fahren.
— Beda, De temporum ratione Kap. 15 (zu den beiden Líða-Monaten).
Quellen
Beda, De temporum ratione Kap. 15; Faith Wallis (Übers.), 1999; „Monatsarbeiten" (Juli = Mähen/Heu).
