Þriliða ist kein gewöhnlicher Monat, sondern der eingeschobene dreizehnte Mond der Schaltjahre – „der dritte Litha". Er ist der Grund, warum der Mondkalender nicht aus den Jahreszeiten wandert.
Name & Bedeutung
Zwölf Monde sind rund elf Tage kürzer als das Sonnenjahr. Damit die Monate nicht Jahr um Jahr nach vorn rutschen, schob man alle paar Jahre einen zusätzlichen Mond ein – nach Beda einen dritten Litha im Hochsommer. Ein Jahr mit 13 Monaten nannten die Angelsachsen deshalb Þrilíði.
Der Ausgleich von Mond und Sonne
Über die Jahre ergibt sich daraus ein rhythmischer Schaltzyklus (die Oktaeteris mit drei Schaltjahren auf acht Jahre). Genau dieser Kniff macht aus einem reinen Mondkalender einen Lunisolarkalender: Der Mond gibt den Takt, ein einziger Sonnenpunkt – die Wintersonnenwende – hält alles an seinem Platz. Der Schaltmonat hat kein eigenes Fest; er ist die stille Mechanik hinter dem Jahr.
Bedas Zeugnis
Wenn aber ein Schaltjahr anfiel …, hatte das Jahr drei Litha-Monate; deshalb nannten sie ein solches Jahr Þrilíði.
— Beda, De temporum ratione Kap. 15.
Quellen
Beda, De temporum ratione Kap. 15; Andreas Zautner, Der gebundene Mondkalender der Germanen (lunisolare Rekonstruktion, Oktaeteris).
