Germanischer Mondkalender · Éostremónath

Éostremónath

Monat der Göttin Éostre / Ostara (April)

Göttin ÉostreVollfrühlingdt. Ostermond

Der April ist der berühmteste der alten Monate: Beda nennt ihn nach der Göttin Éostre – die Wurzel unseres Wortes „Ostern". Um seine Deutung ranken sich Wahrheit und Erfindung.

Name & Bedeutung

Beda schreibt, Éosturmónath habe seinen Namen von der Göttin Éostre, der man in ihm Feste feierte; heute deute man ihn als Ostermonat. Jacob Grimm rekonstruierte daraus 1835 eine germanische *Ostara. Sprachlich hängt der Name mit „Osten" und der Morgenröte zusammen – dem Ort, an dem das Licht aufgeht.

Beleg & Mythos-Check

Die Beleglage ist dünn: Beda ist die einzige Quelle. Ein möglicher, aber unsicherer Anhaltspunkt sind die rund 150 rheinischen Weihesteine der Matronae Austriahenae (Morken-Harff bei Köln). Klar falsch ist die beliebte Gleichung „Ostern = Ishtar" – reine Erfindung des 19. Jahrhunderts.

Arbeit & Brauch

Vollfrühling: die Aussaat läuft, das Vieh kommt auf die Weide, die ersten Lämmer werden geboren. Es ist die Zeit des Frühjahrsputzes und des Neubeginns – ein Fest des aufsteigenden Lichts.

Bedas Zeugnis

Éosturmónath, den man jetzt als Ostermonat deutet, hatte einst seinen Namen von ihrer Göttin, die Éostre hieß.

— Beda, De temporum ratione Kap. 15.

Quellen

Beda, De temporum ratione Kap. 15 (einzige Quelle); Jacob Grimm, Deutsche Mythologie 1835 (*Ostara); Matronae Austriahenae (Rheinland).