Solmónath klingt nach „Sonne", meint aber etwas ganz anderes: Beda deutet ihn als den „Monat der Kuchen", die man den Göttern darbrachte – ein Opfer- und Segensbrauch am Rand des Vorfrühlings.
Name & Bedeutung
Der verbreitete Irrtum, Solmónath sei ein „Sonnenmonat", geht an Beda vorbei. Er schreibt ausdrücklich, es sei der mensis placentarum, der Monat der Kuchen, die man in ihm den Göttern opferte. Der deutsche Februar hieß Hornung – der kürzeste, „hornlose" Monat, in dem manches Wild sein Geweih abwirft.
Arbeit & Brauch
Noch liegt der Winter schwer, doch die Arbeit rüstet sich: Der Pflug wird gerichtet, das Saatgut gesichtet, Zäune und Geräte werden geflickt. Die Opferkuchen deuten auf einen Fruchtbarkeits- und Segensbrauch zum nahenden Aussaatbeginn – man bittet um ein gutes Jahr, bevor das erste Korn in die Erde geht.
Bedas Zeugnis
Solmónath kann man den „Monat der Kuchen" nennen, die sie in ihm ihren Göttern darbrachten.
— Beda, De temporum ratione Kap. 15.
Quellen
Beda, De temporum ratione Kap. 15 (mensis placentarum); Faith Wallis (Übers.), 1999. Mythos-Check: Solmónath ist kein „Sonnenmonat".
