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Gudme – das „Heim der Götter"

Geschichte Goldschatz der Eisenzeit – Sinnbild für den Götterort Gudme

Der Name sagt schon alles: Gudme bedeutet „Heim der Götter". Auf der dänischen Insel Fünen lag eines der reichsten Kult- und Machtzentren der Eisenzeit – ein Ort aus Gold, mit einer gewaltigen Halle und den Göttern im Boden.

Gudme (altnordisch Guðheim, „Götterheim") war vom 3. bis 6. Jahrhundert n. Chr. ein sogenannter Zentralort – lange vor der Wikingerzeit. Schon die Ortsnamen der Umgebung klingen heilig: In der Nähe liegen etwa ein „Götterberg" und ein „Albenberg" (Elfenhügel). Eine ganze sakrale Landschaft.

Ein Zentrum aus Gold

Gudme ist berühmt für spektakuläre Goldfunde – darunter der Hort von Broholm, einer der größten Goldschätze der nordischen Eisenzeit. Im Zentrum stand eine riesige Halle von rund 48 Metern Länge, umgeben von Werkstätten. Hier residierte eine Elite, die Reichtum, Handwerk und Kult in einer Hand bündelte.

Der Hafen Lundeborg

Wenige Kilometer entfernt, an der Küste, lag der Handelshafen Lundeborg. Die Arbeitsteilung ist verräterisch: Gudme im Landesinneren war der Ort von Macht und Kult, Lundeborg am Meer der Ort von Handel und Import. Zusammen bildeten sie ein Machtzentrum, wie es der Norden Jahrhunderte vor Haithabu und den Wikingerstädten kannte.

Was es bedeutet

Gudme zeigt: Der germanische Kult brauchte keinen Tempel wie eine Kirche. Religion, Herrschaft, Handwerk und Handel verdichteten sich an einem „Zentralort" – ein Modell, das später Orte wie Tissø fortführten.

Das „Heim der Götter"

Gudme auf der dänischen Insel Fünen ist einer der bedeutendsten Zentralorte des ersten Jahrtausends. Schon der Name verrät seine Heiligkeit: Gudme bedeutet „Heim der Götter" – ein Platz von Kult, Macht und ungeheurem Reichtum.

Gold in Mengen

Rund um Gudme kamen gewaltige Mengen an Gold ans Licht – Münzen, Schmuck, Barren, Goldbrakteaten. Kaum ein Ort Nordeuropas hat so viel Edelmetall aus der Völkerwanderungszeit geliefert. Gudme war ein Sammelpunkt von Handel und Herrschaft.

Halle und Heiligtum

Im Zentrum stand eine riesige Halle – Sitz eines mächtigen Herrn, der weltliche und religiöse Macht vereinte. Die Ortsnamen der Umgebung (Gudme, Galdbjerg, Albjerg) klingen wie eine Landschaft der Götter.

Der Hafen von Lundeborg

Zu Gudme gehörte der nahe Handelshafen Lundeborg an der Küste. Über ihn liefen Waren und Gold aus dem ganzen bekannten Europa – Gudme war ein Knotenpunkt weit reichender Netze, lange vor der Wikingerzeit.

Beleg: Die Goldfunde, die Hallenbefunde und der Hafen Lundeborg sind durch umfangreiche Grabungen und Detektorfunde gesichert (3.–6. Jh.).
Mythos-Check: Gudme ist ein Zentralort der Völkerwanderungszeit – also ÄLTER als die Wikingerzeit. Man sollte ihn nicht vorschnell zu einem „Wikingerort" machen; er gehört in die Zeit davor.
Beleg & Quellen. Gudme-Lundeborg (Fünen, DK), Blütezeit 3.–6. Jh. n. Chr.; theophorer Ortsname Guðheim; Goldhort von Broholm; Großhalle ~48 m; Handelshafen Lundeborg. Forschung: P. O. Nielsen u. a., The Archaeology of Gudme and Lundeborg; Nationalmuseet Kopenhagen.

Mythos-Check. Ein „Tempel" im modernen Sinn war Gudme nicht – der Kult fand in und um die große Halle statt. Die heiligen Ortsnamen (Götter-, Alben-, Opferberg) sind starke Indizien, die genauen Riten aber erschlossen, nicht beschrieben. Und das viele Gold ist beides: Opfergabe an die Götter und Prunk einer Oberschicht.

Weiterlesen bei uns

Tissø · Alt-Uppsala · Haithabu · Das Götter-Pantheon.

Quellen & Literatur

P. O. Nielsen, K. Randsborg, H. Thrane (Hrsg.), The Archaeology of Gudme and Lundeborg (1994). Nationalmuseet Kopenhagen (Gudme, Broholm). Rudolf Simek, Lexikon der germanischen Mythologie.

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