Auf der Höhe zwischen den großen Flüssen saß ein Volk, das den richtigen Riecher für Bündnisse hatte – meistens jedenfalls.
Die Lingonen waren ein keltisches Volk in Ostgallien, auf dem Plateau um das heutige Langres, nahe der Wasserscheide zwischen Seine, Maas und Rhône/Saône.
„Die Lingonen hatten dem Heer reichlich Getreide geliefert."nach Caesar, De Bello Gallico VII (gemeinfrei, eigene Übersetzung)
Die Lingonen waren ein keltisches Volk im Osten Galliens, auf dem Hochplateau um das heutige Langres, dort wo Seine und Marne entspringen. Ihre verkehrsgünstige Lage zwischen Rhône, Rhein und dem Inneren Galliens machte sie zu einem wichtigen Bindeglied – und zu einem geschätzten Bündnispartner Roms.
Anders als viele Nachbarn standen die Lingonen früh treu zu Rom. Ihre berühmte Reiterei diente im römischen Heer, und ihr Land wurde zur Durchmarschregion für die Legionen. Diese Bindung sicherte ihnen lange Frieden und Wohlstand.
69/70 n. Chr. wankte diese Treue: Der lingonische Adlige Iulius Sabinus, der sich sogar auf eine Abkunft von Caesar berief, schloss sich dem Bataveraufstand an und rief ein „Gallisches Reich" aus. Der Aufstand scheiterte, Sabinus musste sich jahrelang verstecken – eine dramatische Episode der gallisch-römischen Geschichte.
Nach der Rückkehr zur römischen Ordnung blühte der Hauptort der Lingonen, Andematunnum, als geordnete Provinzstadt auf – das heutige Langres, das bis heute römische Tore und Mauern bewahrt.
Interessant: Es gab auch Lingonen in Oberitalien, in der Po-Ebene bei Ravenna. Sie gehörten zu jenen keltischen Gruppen, die schon Jahrhunderte zuvor über die Alpen gezogen waren – ein Beleg für die weite Wanderbewegung der Kelten.
Die Lingonen zeigen, wie eng Bündnis und Aufstand, Treue und Freiheitsdrang beieinander lagen. Bei GLANZ & GRAVUR erzählen wir solche Geschichten aus den Quellen – differenziert statt schwarz-weiß.
Die Lingonen gehören zu den Bündnisvölkern Ostgalliens. Weiter mit den Häduern und Biturigern.

Die Häduer · Die Senonen · Die Treverer · Die Bituriger · Die keltischen Krieger.