An der Peene, unweit der Ostsee, lag ein Ort, der die weite Handelswelt der Wikingerzeit ins heutige Vorpommern brachte: Menzlin – mit Werkstätten, Fernhandel und rätselhaften Steinsetzungen in Schiffsform.
Menzlin liegt an der Peene im heutigen Mecklenburg-Vorpommern, wenige Kilometer landeinwärts von der Ostsee. Im 8. und 9. Jahrhundert war hier ein bedeutender Handels- und Handwerksplatz, an dem sich skandinavische und slawische Welt begegneten. Die Peene war ein Wasserweg ins Binnenland – ideal, um Waren von der Küste weiter zu verteilen.
Ausgrabungen brachten Spuren von Werkstätten, Importwaren und Zahlungsmitteln zutage. Menzlin gehört damit in dieselbe Kette von Ostsee-Handelsplätzen wie Ralswiek auf Rügen und Reric bei Wismar: kleine, aber weit vernetzte Knoten, über die Silber, Perlen, Felle und Handwerk zwischen Nord und Ost flossen.
Besonders auffällig sind die Steinschiffssetzungen bei Menzlin: Gräberfelder, deren Steine in Umrissen eines Schiffes gelegt wurden. Solche Schiffssetzungen kennt man aus ganz Skandinavien – sie sind ein Bild für die „letzte Fahrt" der Toten. In Menzlin stehen sie als sichtbares Zeichen dafür, dass hier Menschen mit nordischen Bräuchen lebten und bestattet wurden.
„Verstand bedarf, wer weit reist; daheim ist alles leicht."Hávamál 5, nach Karl Simrock 1851 (gemeinfrei)
Menzlin ist ein weiterer Baustein im Bild einer Ostsee, die in der Wikingerzeit ein einziger, großer Wirtschaftsraum war – und deren südliche, deutsche Küste mitten darin lag.

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