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Die Senonen: „Wehe den Besiegten!"

Geschichte & Funde Die Senonen: „Wehe den Besiegten!" Ein Keltenvolk brachte Rom seine tiefste Demütigung bei – lange vor Caesar: Die Senonen plünderten 387 v. Chr. die Stadt am Tiber.

Die Senonen waren ein keltisches Volk, das ursprünglich in Gallien (um das heutige Sens) saß, dann aber – wie viele Kelten – nach Norditalien auswanderte, in die Gegend um Ancona (Ager Gallicus).

Bronzemünze der Senonen
Bronzemünze der Senonen mit Vogelmotiv, vor 52 v. Chr. cgb, CC BY-SA 3.0, über Wikimedia Commons.

Kelten diesseits und jenseits der Alpen

„Wehe den Besiegten!"Brennus, nach Livius, Ab urbe condita V (gemeinfrei, eigene Übersetzung)

Die Senonen waren ein keltisches Volk, das in zwei Zweigen auftrat: einer in Gallien um das heutige Sens, ein anderer in Norditalien an der Adriaküste. Beide spielten in der Geschichte Roms eine dramatische Rolle.

Brennus plündert Rom

387 v. Chr. zogen die italischen Senonen unter ihrem Anführer Brennus gegen Rom, schlugen das römische Heer und plünderten die Stadt. Es war eine Urkatastrophe der römischen Geschichte, die sich tief ins Gedächtnis der Römer eingrub.

„Vae victis!"

Der Legende nach soll Brennus beim Abwiegen des Lösegoldes sein Schwert in die Waagschale geworfen und gerufen haben: „Vae victis!" – „Wehe den Besiegten!" Der Ausruf wurde zum geflügelten Wort für das Recht des Stärkeren.

Die Senonen in Gallien

Der gallische Zweig um Sens (Agedincum) schloss sich später dem Aufstand des Vercingetorix an. Der Name der Stadt Sens erinnert bis heute an den Stamm.

Beleg: Die Plünderung Roms 387 v. Chr. berichtet ausführlich Livius (Buch V); die gallischen Senonen nennt Caesar (BG).
Mythos-Check: Berühmte Details wie „Vae victis!" und die warnenden Gänse des Kapitols stammen aus Livius, der Jahrhunderte später schrieb und die Ereignisse legendenhaft ausschmückte. Der Kern – eine keltische Plünderung Roms – ist historisch, die Ausschmückung nicht.
Was belegt ist: Die Schlacht an der Allia und die Einnahme Roms durch Kelten um 387 v. Chr., die keltische Landnahme in Norditalien und die spätere Unterwerfung durch Rom (Livius, Polybios).
Was Deutung ist: Vieles am Rom-Zug ist Legende, die von Livius Jahrhunderte später ausgeschmückt wurde – die rettenden Gänse, das genaue „Vae victis". Ob der Anführer wirklich „Brennus" hieß oder das ein Titel war, ist unsicher; ein zweiter „Brennus" erscheint später bei Delphi.

Die Senonen zeigen, dass die Kelten lange vor den Germanen der Schrecken Roms waren. Weiter mit den Arvernern, Häduern und Boiern.

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