Sie kämpften gegen Rom in Italien, siedelten in Mitteleuropa und gaben einer ganzen Landschaft ihren Namen: Die Boier gehören zu den weitest verbreiteten keltischen Stämmen – und ihr Name lebt bis heute in „Böhmen" weiter.
Die Boier waren ein mächtiger, weit verzweigter keltischer Stamm. Ihre Spuren reichen von Norditalien (rund um Bologna, dessen antiker Name Bononia auf sie zurückgeht) über den Alpenraum bis nach Mitteleuropa. Am bekanntesten ist ihr Name als Ursprung von „Böhmen" (lateinisch Boiohaemum, „Heimat der Boier").
In Norditalien gehörten die Boier zu den hartnäckigsten keltischen Gegnern Roms, bis sie im 2. Jahrhundert v. Chr. unterworfen wurden. Andere Gruppen der Boier saßen in Mitteleuropa, prägten Münzen und betrieben Fernhandel. Sie waren kein einzelner Ort, sondern ein Name, der über weite Räume auftaucht – typisch für die bewegliche keltische Welt.
Später gerieten die mitteleuropäischen Boier unter Druck – von den Dakern und anderen Völkern. Antike Autoren sprechen von einer deserta Boiorum, einer „Einöde der Boier": einem entvölkerten Land, das die Boier hinterließen. In dieses Gebiet zogen später germanische Stämme wie die Markomannen – doch der alte keltische Name Böhmen blieb.
„Verstand bedarf, wer weit reist; daheim ist alles leicht."Hávamál 5, nach Karl Simrock 1851 (gemeinfrei)
Die Boier zeigen, wie weit die keltische Welt reichte – ein Volk, dessen Name von Bologna bis Böhmen nachhallt, lange nachdem es selbst verschwand. Verwandt in der Welt der Kelten sind die Helvetier.

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