Ein Fürst auf einer bronzenen Liege, bedeckt mit Gold, und eine Stadt mit Lehmziegelmauer wie im Mittelmeerraum: Die keltischen Fürstensitze und Prunkgräber der Hallstatt- und Frühlatènezeit gehören zu den spektakulärsten Funden – und liegen mitten in Deutschland.
Lange vor der Wikingerzeit, in der Hallstatt- und Frühlatènezeit (etwa 8.–5. Jh. v. Chr.), entstanden im keltischen Mitteleuropa mächtige Fürstensitze und reiche Prunkgräber. Sie zeigen eine Oberschicht, die über Fernhandel, Metall und Prestige gewaltigen Reichtum anhäufte – und liegen zu einem großen Teil im heutigen Süd- und Mitteldeutschland.
Das berühmteste ist der Fürst von Hochdorf (bei Stuttgart, um 530 v. Chr.): unberaubt entdeckt, lag der Tote auf einer bronzenen Liege mit Rollen, umgeben von Goldschmuck, einem riesigen Bronzekessel für Met und einem vierrädrigen Wagen. Ein Fürstengrab, das den Reichtum keltischer Eliten in aller Pracht zeigt.
Am Glauberg in Hessen fand man nicht nur Prunkgräber, sondern auch eine fast vollständige lebensgroße Steinstatue eines keltischen „Fürsten" mit Blattkrone – ein einzigartiges Bild eines Kelten. Die Heuneburg an der oberen Donau wiederum war eine frühe befestigte Großsiedlung mit einer Lehmziegelmauer nach mediterranem Vorbild – von manchen als die älteste „Stadt" nördlich der Alpen bezeichnet.
„Verstand bedarf, wer weit reist; daheim ist alles leicht."Hávamál 5, nach Karl Simrock 1851 (gemeinfrei)
Die keltischen Fürstengräber der Hallstatt- und Frühlatènezeit gehören zu den prächtigsten Funden des vorrömischen Europa. In ihnen wurden mächtige Personen mit unglaublichem Reichtum bestattet – Gold, Bronze, Waffen und importierter Luxus aus dem Mittelmeerraum.
Das berühmteste ist das Grab von Hochdorf bei Stuttgart (um 530 v. Chr.). Der Tote lag auf einer bronzenen Kline (Liege), mit goldenen Schuhbeschlägen, einem goldenen Halsring und einem riesigen Bronzekessel für Met – ein Fürst in vollem Prunk.
Vom Glauberg in Hessen stammt eine lebensgroße Steinstatue eines keltischen Kriegers mit „Blattkrone" – eine der eindrucksvollsten keltischen Menschendarstellungen überhaupt. Sie zeigt, wie sich die Elite selbst darstellen wollte.
Nahe der Heuneburg an der oberen Donau lag eine der frühesten Städte nördlich der Alpen, mit einer Mauer nach mediterranem Vorbild. Die Fürstengräber ringsum zeugen von einer Macht, die mit der Mittelmeerwelt Handel trieb.
Die keltischen Fürstengräber zeigen: Lange vor den Wikingern gab es in Deutschland glänzende Hochkulturen. Mehr zu Glaube und Göttern der Kelten im Überblick Keltische Religion.

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