Knut der Große (altnordisch Knútr inn ríki, englisch Cnut) war der dänische Wikingerprinz, der 1016 England eroberte, ab 1018/19 auch König von Dänemark war und 1028 Norwegen gewann – das sogenannte Nordseereich. Er war Sohn Sven Gabelbarts und Enkel Harald Blauzahns, heiratete die Witwe seines englischen Vorgängers und stand 1027 in Rom bei der Kaiserkrönung in der ersten Reihe. Hier erfährst du, was die Quellen über ihn wirklich sagen – und was es mit der berühmten Flut-Geschichte auf sich hat.
Stell dir einen jungen Mann vor, vielleicht Anfang zwanzig, der im Sommer 1015 mit einer Flotte über die Nordsee setzt. Sein Vater ist tot, die Engländer haben ihn davongejagt. Zwanzig Jahre später wird dieser Mann in Winchester begraben – als König von England, Dänemark und Norwegen, als Freund des Kaisers und Wohltäter von Klöstern zwischen Canterbury und Saint-Omer. Kein Wikinger kam weiter.
Wir bei Glanz & Gravur gravieren Runen, Schiffe und nordische Könige. Knut steht genau an der Schwelle zwischen Langschiff und Bischofsstab – deshalb trennen wir hier sauber zwischen zeitgenössischen Quellen, späteren Erzählungen und Legende.
Knut stammte aus der Jelling-Dynastie, der ersten fassbaren Königsfamilie Dänemarks. Sein Urgroßvater war Gorm der Alte, sein Großvater Harald Blauzahn – jener König, der sich auf dem großen Jellingstein rühmte, die Dänen zu Christen gemacht zu haben, und dessen Beiname heute in jedem Handy steckt (mehr dazu in unserem Artikel Dein Handy trägt einen Wikingerkönig). Sein Vater war Sven Gabelbart, der Harald um 986/87 vom Thron verdrängt hatte.
Wann genau Knut geboren wurde, weiß niemand. Die Schätzungen schwanken grob zwischen 990 und 1000. Auch seine Mutter ist nicht sicher zu fassen: Spätere skandinavische Sagas nennen eine Gunnhild, Tochter eines Wendenkönigs; der Chronist Thietmar von Merseburg spricht von einer Tochter des polnischen Herrschers Mieszko I. Ob beide Angaben dieselbe Frau meinen, ist in der Forschung umstritten. Sicher ist nur: Knut hatte einen älteren Bruder namens Harald, der nach dem Vater König von Dänemark wurde.
England war um das Jahr 1000 das reichste Königreich Nordwesteuropas – und seit Jahrzehnten Ziel dänischer Flotten, die König Æthelred II. mit immer höheren Summen abkaufte. Dieses Schutzgeld nennen wir heute Danegeld. 1013 wollte Sven Gabelbart das Land selbst. Knut war dabei; nach der Angelsächsischen Chronik bewachte er Schiffe und Geiseln in Gainsborough am Trent. Æthelred floh in die Normandie.
Doch Sven starb schon am 3. Februar 1014. Die dänische Flotte rief Knut zum König aus, die Engländer holten dagegen Æthelred zurück. Knut musste abziehen. Die Angelsächsische Chronik berichtet, dass er in Sandwich die englischen Geiseln seines Vaters an Land setzen ließ – mit abgeschnittenen Händen, Nasen und Ohren. Kein guter Start für einen späteren Musterkönig, aber ein Hinweis darauf, wie dieser Mann anfing.
Im Spätsommer 1015 kehrte Knut zurück, laut späteren Schätzungen mit rund 200 Schiffen. An seiner Seite standen erfahrene Leute: Thorkell der Hohe, ein Heerführer, den die Sagatradition mit den Jomswikingern verbindet, und Jarl Erik Hákonarson aus dem norwegischen Geschlecht der Jarle von Lade. Bald lief auch Eadric Streona, einer der mächtigsten englischen Ealdormen, zu ihm über – nicht zum letzten Mal wechselte dieser Mann die Seite.
Am 23. April 1016 starb Æthelred in London. Die Londoner wählten seinen Sohn Edmund zum König, der wegen seiner Zähigkeit den Beinamen „Ironside“ (Eisenseite) erhielt. Es folgten Gefechte bei Penselwood, Sherston, Brentford und Otford und mehrere Belagerungen Londons. Edmund siegte mehrmals, konnte die Dänen aber nie entscheidend schlagen.
Die Entscheidung fiel am 18. Oktober 1016 bei Assandun. Ob dieser Ort das heutige Ashingdon in Essex oder Ashdon im Norden der Grafschaft ist, wird bis heute diskutiert. Die Chronik ist in einem Punkt deutlich: Eadric Streona floh mit seinen Leuten mitten in der Schlacht, und Edmunds Heer wurde vernichtend geschlagen. Nach dem Encomium Emmae Reginae, einer Schrift von 1041/42, führten die Dänen dabei ein Rabenbanner aus weißer Seide mit, das im Krieg angeblich einen Raben zeigte – eine schöne Geschichte, aber eben aus einer Lobschrift.
Nach Assandun trafen sich die beiden Könige auf einer Insel im Severn bei Deerhurst in Gloucestershire. Sie teilten das Reich: Edmund behielt Wessex, Knut erhielt das Land nördlich der Themse; London zahlte den Dänen Tribut. Ob dabei wirklich vereinbart wurde, dass der Überlebende alles erben sollte, wie spätere Chronisten berichten, ist nicht sicher.
Lange hielt die Teilung ohnehin nicht. Edmund starb am 30. November 1016, nur wenige Wochen nach der Schlacht. Die Angelsächsische Chronik nennt nur das Datum. Spätere Autoren des 12. Jahrhunderts erzählen von Mord, teils in ausgesprochen drastischen Varianten. Belegt ist davon nichts; eine Kampfverletzung oder Krankheit ist genauso denkbar. Fest steht: Knut wurde nun König von ganz England und 1017 in London gekrönt.
Die ersten Monate waren blutig. Knut ließ 1017 Eadric Streona und weitere englische Große hinrichten. Edmunds jüngerer Bruder Eadwig wurde getötet, Edmunds kleine Söhne wurden außer Landes gebracht; einer von ihnen, Edward „der Verbannte“, wuchs in Ungarn auf. Das Land teilte Knut in große Earlschaften: Thorkell bekam Ostanglien, Erik von Lade Northumbrien, Eadric zunächst Mercien.
Im Juli 1017 heiratete Knut Emma, die Witwe Æthelreds und Schwester des Herzogs von der Normandie. Die Normandie war das Erbe von Rollo, also selbst ein Wikingerfürstentum, das inzwischen französisch sprach. Die Ehe schlug mehrere Fliegen mit einer Klappe: Sie gab Knut Legitimität am englischen Hof, und sie nahm den Normannen den Anreiz, Æthelreds Söhne aus erster Ehe mit Emma – Edward und Alfred – militärisch zu unterstützen.
Ganz einfach war das Familienleben nicht. Knut hatte bereits eine Gefährtin, Ælfgifu von Northampton, aus einer mächtigen mittelenglischen Familie. Mit ihr hatte er zwei Söhne, Sven und Harald (später „Hasenfuß“ genannt). Mit Emma bekam Knut einen Sohn, Hardeknut, und eine Tochter, Gunnhild, die 1036 den späteren Kaiser Heinrich III. heiratete. Zwei Frauen, zwei Söhnelinien – das sollte nach Knuts Tod zum Sprengsatz werden.
1018 erhob Knut einen Tribut, der alles Bisherige übertraf: Nach der Angelsächsischen Chronik 72.000 Pfund aus ganz England und zusätzlich 10.500 Pfund aus London. Damit bezahlte er den Großteil seines Heeres aus und schickte es nach Hause. Vierzig Schiffe behielt er als stehende Flotte. Dieses Geld können wir in Skandinavien heute noch lesen.
Im selben Jahr einigten sich Dänen und Engländer in Oxford, dass „Edgars Gesetz“ gelten solle – das Recht König Edgars aus dem 10. Jahrhundert. Der neue König wollte als Erbe der englischen Tradition regieren, nicht als Fremder.
1018 oder 1019 starb Knuts Bruder Harald. Knut reiste nach Dänemark und übernahm das Königtum. Aus dieser Zeit stammt ein Brief an die Engländer, überliefert als Eintrag in einem Evangeliar in York: Er versichert darin, er habe eine Gefahr von England abgewendet, und mahnt seine Amtsträger, gerecht zu richten.
In Dänemark setzte er seinen Schwager Ulf als Statthalter ein, den Mann seiner Schwester Estrid. Um 1026 kämpfte Knut an der Mündung der Helgeå in Schonen gegen ein Bündnis des norwegischen Königs Olaf Haraldsson und des Schwedenkönigs Anund Jakob. Die Angelsächsische Chronik meldet, die Schweden hätten das Feld behauptet; Knut blieb trotzdem die stärkste Macht im Norden. Ulf aber wurde zu Weihnachten 1026 in Roskilde getötet – nach der späteren Überlieferung auf Knuts Befehl, in der Kirche. Ulfs Sohn Sven Estridsen wurde später König von Dänemark und erzählte Adam von Bremen manches über diese Zeit.
Zu Ostern 1027 stand Knut in Rom. Papst Johannes XIX. krönte Konrad II. zum Kaiser, und unter den Gästen befanden sich der König von England und Dänemark und König Rudolf III. von Burgund. Der Enkel Harald Blauzahns war in der christlichen Fürstengesellschaft Europas angekommen.
Die Reise hatte handfeste Ziele. In seinem Brief an die Engländer von 1027 (überliefert bei Johannes von Worcester und Wilhelm von Malmesbury) nennt er sich „König von ganz England und Dänemark und der Norweger und eines Teils der Schweden“. Er berichtet, er habe mit Kaiser, Papst und den Fürsten verhandelt, damit englische Kaufleute und Pilger auf dem Weg nach Rom von Zöllen und Schikanen befreit würden, und damit die englischen Erzbischöfe für ihr Pallium – das wollene Amtsabzeichen, das der Papst verlieh – nicht länger horrende Summen zahlen müssten. Dazu gelobt er, sein Leben zu bessern und gerecht zu regieren, und was er in seiner Jugend unrecht getan habe, wieder gutzumachen.
Echte Reue oder geschickte Selbstdarstellung? Wahrscheinlich beides. Nach späteren Berichten überließ Konrad II. Knut zudem die Mark Schleswig nördlich der Eider – dort lag Dänemarks Südgrenze danach für Jahrhunderte.
1028 segelte Knut mit einer Flotte nach Norwegen. Olaf Haraldsson, der spätere Heilige, hatte kaum noch Rückhalt beim Adel, viele Große hatte Knut mit Geschenken gewonnen. Olaf floh, über Schweden in die Rus. Knut ließ sich in Trondheim zum König ausrufen und setzte Håkon Eiriksson aus dem Lade-Geschlecht als Statthalter ein. Skalden wie Óttarr svarti priesen Knut in Preisliedern, die nur in späteren isländischen Handschriften erhalten sind.
Håkon ertrank jedoch um 1029/30 im Pentland Firth. Olaf witterte seine Chance, kehrte zurück – und fiel am 29. Juli 1030 in der Schlacht von Stiklestad gegen ein Heer aus Großen und Bauern, die zu Knut hielten. In dieser Schlacht kämpfte auch Olafs fünfzehnjähriger Halbbruder Harald. Er überlebte verwundet, floh nach Osten und kehrte Jahrzehnte später als Harald Hardrada zurück – der Mann, der 1066 bei Stamford Bridge um Knuts altes Erbe England kämpfen sollte.
Knut übergab Norwegen nun seinem Sohn Sven und dessen Mutter Ælfgifu. Ihre Herrschaft galt als drückend: Neue Abgaben und Pflichten machten sie verhasst, und die spätere Sagaüberlieferung nennt diese Jahre sprichwörtlich „Ælfgifus Zeit“. Zugleich wuchs der Kult um den toten Olaf. Um 1035 vertrieben die Norweger Sven und holten Olafs Sohn Magnus zurück.
Jetzt wird es für uns als Graveure besonders spannend. In Schweden stehen rund dreißig Runensteine, die England erwähnen – die sogenannten Englandsteine. Einige nennen Knut ausdrücklich beim Namen. Hier spricht das Nordseereich aus Sicht der Krieger.
Noch knapper ist der Stein U 194 aus Väsby: Ein Mann namens Alli ließ ihn zu seinem eigenen Gedenken errichten und vermerkte stolz, er habe „Knuts Geld in England genommen“. Darunter steht ein christliches „Gott helfe seiner Seele“. Englisches Silber und Seelenheil – Knuts Zeit in einem Satz.
Auch in Norwegen gibt es ein Zeugnis: Der Stein N 184 von Galteland (Aust-Agder) erinnert an einen Mann, der „im Gefolge starb, als Knut England angriff“. Andere Steine wie die von Lingsberg (U 240/241) berichten ebenfalls von Geldern in England, nennen Knut aber nicht. Knuts Name steht also nur auf wenigen Steinen.
Ein Gegenstück bilden die Steine für die Ingvar-Fahrer, die um 1036–1041 nach Osten zogen und meist nicht zurückkamen. Nach Westen lag das Geld, nach Osten der Tod in der Fremde.
Knuts wichtigstes Werkzeug in England war kein Schwert, sondern ein Bischof: Wulfstan, Erzbischof von York und berühmter Prediger, der schon unter Æthelred Gesetze formuliert hatte. Er schrieb die großen Gesetzbücher, die heute als I Cnut und II Cnut bezeichnet werden und wohl an einem Weihnachtsfest in Winchester um 1020/21 verkündet wurden.
I Cnut regelt kirchliche Angelegenheiten: Schutz der Kirchen, Abgaben, Feiertage, Pflichten der Geistlichen. II Cnut betrifft das weltliche Recht: Friedenswahrung, Diebstahl, Bußen, Rechte der Witwen, Missbrauch von Amtsgewalt. Bemerkenswert ist das Verbot heidnischer Praktiken – der Verehrung von Götzen, Sonne und Mond, Feuer und Fluss, Quellen, Steinen und Bäumen. Dass so etwas noch um 1020 aufgeschrieben wurde, zeigt, dass alte Bräuche im Land der Danelag-Dänen nicht völlig verschwunden waren – oder dass Wulfstan es fürchtete.
Knut wusste, wie wichtig die Kirche für seine Herrschaft war. 1020 ließ er auf dem Schlachtfeld von Assandun eine Kirche weihen – als Sühne und Erinnerung zugleich. 1023 ließ er die Gebeine des Erzbischofs Ælfheah, den ein dänisches Heer 1012 in Greenwich erschlagen hatte, feierlich von London nach Canterbury überführen. Ein Däne, der den Märtyrer der Dänen ehrt: politischer kann eine Prozession kaum sein.
Das schönste Bild dieser Selbstdarstellung steht im Liber Vitae des New Minster in Winchester, einer 1031 entstandenen Handschrift (heute British Library, Stowe 944). Auf der Eingangsseite legen Knut und Emma gemeinsam ein großes goldenes Kreuz auf den Altar, während Engel von oben Krone und Schleier bringen und Christus über ihnen thront. Eines der wenigen zeitgenössischen Bilder Knuts – und es zeigt keinen Seekrieger, sondern einen christlichen König.
Ein frommer Mann? Die Quellen sind gespalten. Knut ließ Gegner töten und hatte zwei Frauen zugleich. Er verstand, dass Frömmigkeit zur Macht gehört – dass er sie auch persönlich ernst nahm, schließt das nicht aus.
England besaß um 1000 das wohl am besten organisierte Münzsystem Europas: Dutzende Münzstätten, regelmäßige Neuprägungen, Münzmeisternamen auf jeder Münze. Knut übernahm dieses System, ohne es zu zerschlagen. Nach der üblichen numismatischen Einteilung gibt es aus seiner Regierungszeit drei Haupttypen von Silberpennies: den „Quatrefoil“-Typ, den „Pointed Helmet“-Typ mit dem König im spitzen Helm und den „Short Cross“-Typ. Auf allen steht sein Name, meist als CNUT REX.
Auch in Dänemark ließ Knut Münzen nach englischem Vorbild prägen, unter anderem in Lund, teils von englischen Münzmeistern. Die Anfänge skandinavischer Münzen liegen allerdings früher, siehe Ribe und die ersten Münzen des Nordens.
Und nun zur bekanntesten Geschichte. Fast jeder hat sie schon gehört: Der größenwahnsinnige König setzt sich an den Strand und befiehlt dem Meer zurückzuweichen. In England steht „King Canute“ bis heute für Politiker, die sich gegen das Unvermeidliche stemmen.
Die älteste Fassung steht in der Historia Anglorum von Henry of Huntingdon, einem englischen Geistlichen, der sein Werk um 1130 begann. Dort lässt Knut seinen Thron am Ufer aufstellen, als die Flut steigt, und befiehlt dem Wasser, nicht seine Füße und Kleider zu benetzen. Das Meer gehorcht natürlich nicht. Knut springt zurück und sagt:
„Wissen sollen alle Bewohner der Erde, wie leer und nichtig die Macht der Könige ist und dass niemand den Namen König verdient außer dem, dessen Willen Himmel, Erde und Meer nach ewigen Gesetzen gehorchen.“— nach Henry of Huntingdon, Historia Anglorum VI, eigene Übertragung
Henry fügt hinzu, Knut habe seine goldene Krone danach nie mehr getragen, sondern sie an ein Kruzifix gehängt. Ein Ort wird bei ihm nicht genannt. Erst später beanspruchten Westminster, Bosham, Southampton und sogar Gainsborough am Trent die Szene für sich – in Southampton steht heute noch ein Schild an der Canute Road.
Knut starb am 12. November 1035 in Shaftesbury in Dorset, vermutlich nicht älter als vierzig Jahre. Woran, sagen die Quellen nicht. Man brachte ihn nach Winchester und begrub ihn im Old Minster, der angelsächsischen Kathedrale. Hardeknut wurde 1042 neben ihm bestattet, Emma 1052.
Ruhe fand Knut dort nicht. Nach der normannischen Eroberung wurde das Old Minster abgerissen und durch die heutige Kathedrale ersetzt; die Gebeine der alten Könige und Bischöfe kamen in Gebeinekisten, die heute auf den Chorschranken stehen. Im Englischen Bürgerkrieg verstreuten Parlamentssoldaten die Knochen. Nach der Restauration wurden sie wieder eingesammelt – aber ohne Ordnung.
In Norwegen herrschte bereits Magnus der Gute, Olafs Sohn. In Dänemark regierte Hardeknut, Emmas Sohn, der jedoch durch den Konflikt mit Magnus gebunden war und nicht nach England kommen konnte. In England nutzte Harald Hasenfuß, der Sohn Ælfgifus, die Lücke: Erst Regent, ab 1037 König. Emma musste nach Flandern ausweichen, wo wenig später das Encomium entstand. 1036 wurde zudem Emmas Sohn Alfred aus erster Ehe in England gefangen genommen und geblendet und starb an den Folgen.
Harald starb 1040, Hardeknut übernahm England, starb aber schon 1042 bei einem Hochzeitsfest in Lambeth – laut Chronik „als er bei seinem Trunk stand“. Danach kehrte mit Edward dem Bekenner die alte englische Dynastie zurück. Die dänische Episode war vorbei, doch ihr Nachhall nicht: Weil Magnus und Hardeknut angeblich einen Erbvertrag geschlossen hatten, erhob Harald Hardrada 1066 Anspruch auf England. Das endete bei Stamford Bridge – und kurz danach in der Schlacht bei Hastings.
Knut war kein Romantiker der Wikingerzeit, sondern ihr erfolgreichster Unternehmer. Flotten, englisches Geld, Kirche und Jarle hielt er knapp zwanzig Jahre zusammen. Die Runensteine in Uppland zeigen, wie weit sein Arm reichte: Bauern am Mälarsee wussten, wer in England zahlte.
Wer seine Geschichte erzählt, sollte die Brüche nicht glätten: die verstümmelten Geiseln von Sandwich und das Kreuz im Liber Vitae, den Mord in Roskilde und den Brief über ein gebessertes Leben. Mehr Herrscherporträts findest du bei den großen Königen der Wikingerzeit und im Artikel über die Wikinger in England.

Wer war Knut der Große? Knut der Große war ein dänischer König aus der Jelling-Dynastie, Sohn Sven Gabelbarts. Er wurde 1016 König von England, 1018/19 König von Dänemark und 1028 König von Norwegen und starb 1035.
Wie wurde Knut König von England? Er besiegte Edmund Ironside am 18. Oktober 1016 bei Assandun. Nach einer Reichsteilung starb Edmund am 30. November 1016, und Knut übernahm ganz England.
Was ist die Geschichte von Knut und der Flut? Nach Henry of Huntingdon (12. Jahrhundert) befahl Knut der Flut vergeblich zurückzuweichen, um seinen Höflingen zu zeigen, wie begrenzt die Macht eines Königs ist. Es ist eine Demutsgeschichte, kein Zeichen von Größenwahn, und historisch nicht gesichert.
Wo ist Knut der Große begraben? In Winchester. Seine Gebeine liegen heute vermischt mit anderen in den Gebeinekisten der Kathedrale; sicher identifiziert sind sie nicht.
Was war das Nordseereich? So nennt die Forschung die Personalunion von England, Dänemark und Norwegen unter Knut, zeitweise mit Teilen Schwedens. Sie zerfiel nach seinem Tod 1035 innerhalb weniger Jahre.
Gibt es Runensteine über Knut? Ja, einige: Der Stein U 344 aus Yttergärde nennt ein Geld, das Knut zahlte, U 194 aus Väsby „Knuts Geld in England“, und der norwegische Stein von Galteland erwähnt Knuts Angriff auf England.
Für Mut. Für Erinnerung. Für Legenden, die weiterleben.
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