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Die Langobarden: Der Stamm mit dem langen Bart – und Wodans Name

Geschichte & Funde Die Langobarden: Der Stamm mit dem langen Bart – und Wodans Name Ein kleiner Stamm von der Elbe, der bis nach Italien zog und dort ein Königreich gründete: Die Langobarden sind eine der großen Wanderungsgeschichten. Und ihre Ursprungssage nennt ausgerechnet Wodan als Namensgeber.

Die Langobarden („Langbärte") waren ursprünglich ein kleiner germanischer Stamm an der unteren Elbe (im heutigen Norddeutschland). Über Jahrhunderte wanderten sie nach Süden und gründeten schließlich 568 n. Chr. in Italien ein Königreich, das bis 774 Bestand hatte – ihr Name lebt bis heute in der „Lombardei" weiter.

Wie Wodan ihnen den Namen gab

Ihre Ursprungssage ist ein seltener Schatz: Sie überliefert einen echten festländischen Götternamen. Vor einer Schlacht, so die Origo gentis Langobardorum, baten die Winniler die Göttin Frea um Hilfe. Sie riet ihren Frauen, das lange Haar wie einen Bart vors Gesicht zu binden. Als Godan (Wodan) am Morgen erwachte und die „Langbärte" sah, gab er ihnen den Sieg und den neuen Namen.

„Wer sind diese Langbärte?" – und Godan gab ihnen den Namen und den Sieg.nach der Origo gentis Langobardorum / Paulus Diaconus (gemeinfrei, eigene Übersetzung)

Diese Sage ist mehr als eine hübsche Geschichte: Sie ist ein Beleg für den Wodan-Kult auf dem Festland – Godan und Frea sind eindeutig Wodan und Frija/Frigg. Paulus Diaconus, der die Sage im 8. Jahrhundert aufschrieb, nennt sie selbst „lächerlich" – aber gerade dadurch bewahrte er ein Stück heidnischen Glaubens.

Von der Elbe nach Italien

Die Langobarden waren ein germanisches Volk, das ursprünglich an der unteren Elbe saß. In einer der weitesten Wanderungen der Völkerwanderung zogen sie über Jahrhunderte nach Süden, bis sie 568 in Italien einfielen und dort ein mächtiges Königreich gründeten.

Das Reich in der Lombardei

Ihr Königreich umfasste weite Teile Italiens; nach ihnen ist bis heute die Lombardei benannt. Zwei Jahrhunderte lang prägten die Langobarden die Geschichte der Halbinsel, bis Karl der Große ihr Reich 774 eroberte.

Godan und Frea

Der Geschichtsschreiber Paulus Diaconus überliefert ihre Ursprungssage: Die Göttin Frea überlistet ihren Gemahl Godan (Wodan), damit er dem Volk den Sieg und den Namen „Langbärte" gibt. Diese Sage ist ein kostbarer Beleg für den festländischen Wodan-Kult.

Ein Erbe in Stein und Recht

Die Langobarden hinterließen ein eigenes Gesetzbuch (das Edictus Rothari) und eine reiche Kunst – die „langobardische" Flechtwerkkunst prägte die Kunst Italiens. Von einem Elbstamm zum Namensgeber einer italienischen Region: eine erstaunliche Reise.

Beleg: Paulus Diaconus („Historia Langobardorum"), der Edictus Rothari (643) und der Fall des Reiches 774 sind gut bezeugt.
Mythos-Check: Paulus Diaconus nennt die Godan-Frea-Sage selbst „lächerlich" (ridicula fabula) – er überliefert sie als alte Erzählung, nicht als Glaubenswahrheit. Gerade das macht sie als Zeugnis des Wodan-Kults so wertvoll.
Was belegt ist: Die Langobarden als Elbstamm und ihr Königreich in Italien (568–774). Die Ursprungssage mit Godan/Frea in der Origo gentis Langobardorum und bei Paulus Diaconus (Historia Langobardorum). Der Name → Lombardei.
Was Deutung ist: Die Namenssage ist eine Ätiologie (Erklärungsgeschichte), kein historischer Bericht – aber die darin genannten Götter Godan und Frea sind echte Belege. Die frühe Frühgeschichte des Stammes (Herkunft aus Skandinavien, wie die Sage behauptet) ist unsicher und teils legendär.

Die Langobarden verbinden germanische Wanderung, Reichsgründung und einen der wenigen festländischen Götterbelege in einem. Mehr zu ihren Göttern im Beitrag Wodan, Donar & Ziu.

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