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Leif Eriksson: 500 Jahre vor Kolumbus in Amerika

Geschichte & Funde Leif Eriksson: 500 Jahre vor Kolumbus in Amerika Ein Wikinger betrat Nordamerika, ein halbes Jahrtausend vor Kolumbus. Lange galt das als Sage – bis eine Ausgrabung auf Neufundland es bewies. Der Mann war Leif Eriksson, Sohn Eriks des Roten.

Leif Eriksson (altnordisch Leifr Eiríksson, „Leif der Glückliche") war der Sohn Eriks des Roten und wuchs in der nordischen Grönland-Siedlung auf. Um das Jahr 1000 segelte er nach Westen und betrat ein bewaldetes, fruchtbares Land, das er Vinland nannte. Damit erreichten Nordmänner den amerikanischen Kontinent – rund 500 Jahre vor Christoph Kolumbus.

Vinland in den Sagas

Die beiden Vinland-Sagas erzählen von mehreren Fahrten: von Helluland (Stein), Markland (Wald) und Vinland (Wein/Weide). Leif fand Wildtrauben oder Beeren, Bauholz und mildes Land. Doch die Nordmänner blieben nicht: Konflikte mit den Einheimischen (in den Sagas Skrælingar genannt) und die riesige Entfernung machten eine dauerhafte Siedlung unmöglich.

Der Beweis: L'Anse aux Meadows

1960 fanden die Archäologen Helge und Anne Stine Ingstad an der Nordspitze Neufundlands die Reste einer nordischen Siedlung: L'Anse aux Meadows. Häuser im isländisch-grönländischen Baustil, eine Schmiede, nordische Gegenstände. Damit war die Anwesenheit der Wikinger in Amerika bewiesen. Eine neuere Untersuchung datiert das dort gefällte Holz sogar präzise auf das Jahr 1021.

„Verstand bedarf, wer weit reist; daheim ist alles leicht."Hávamál 5, nach Karl Simrock 1851 (gemeinfrei)
Was belegt ist: Die nordische Siedlung L'Anse aux Meadows auf Neufundland (Ausgrabung Ingstad ab 1960, UNESCO-Welterbe). Das exakte Fälljahr 1021 (Radiokarbon-/Sonnensturm-Studie 2021). Leif Eriksson als Vinland-Fahrer in den beiden Vinland-Sagas.
Was Deutung/Mythos ist: Wo genau „Vinland" lag, ist nicht gesichert – L'Anse aux Meadows ist der einzige bewiesene Fundort, „Vinland" umfasste wohl ein größeres Gebiet. Die Bedeutung von „Vin" (Wein oder Weide?) ist umstritten. Und der Ehrentitel „der Glückliche" sowie Leifs angebliche Bekehrung Grönlands sind Saga-Ausschmückung. Andere angebliche Wikinger-Funde in Amerika (Kensington-Stein, Vinland-Karte) sind Fälschungen.

Leif Eriksson steht für die weiteste Fahrt der Wikingerzeit – und dafür, wie Archäologie eine alte Saga zur belegten Geschichte machen kann. Amerika wurde nicht 1492 „entdeckt", sondern schon um 1000 erreicht.

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