Ein germanischer König, der ein Reich nach römischem Vorbild aufbaute, und ein Krieg, der das Imperium an den Rand brachte: Die Markomannen gehören zu den mächtigsten germanischen Stämmen der frühen Kaiserzeit.
Die Markomannen („Grenzland-Männer") waren ein germanischer Stamm mit suebischen Wurzeln. Um die Zeitenwende zogen sie nach Böhmen und errichteten dort unter König Marbod (Maroboduus) ein erstaunlich straff organisiertes Reich – mit einem stehenden Heer und diplomatischen Beziehungen bis nach Rom.
Marbod war ein neuer Typ germanischer Herrscher: Er hatte als junger Mann in Rom gelebt und baute nach seiner Rückkehr ein zentral geführtes Königreich auf. Rom sah in ihm eine ernste Gefahr – ein germanischer König mit einem Heer von angeblich zehntausenden Kriegern. Zum großen Krieg kam es nicht; Marbod stürzte schließlich über innere Rivalitäten (u. a. mit Arminius, dem Sieger der Varusschlacht) und endete im römischen Exil.
Berühmter noch sind die Markomannenkriege (166–180 n. Chr.): Markomannen, Quaden und verbündete Stämme durchbrachen die Donaugrenze und drangen tief nach Süden vor – bis nach Norditalien. Kaiser Mark Aurel führte jahrelange Feldzüge gegen sie; er schrieb seine berühmten „Selbstbetrachtungen" teils im Feldlager an der Donau. Die Kriege gelten als frühes Vorzeichen der späteren Völkerwanderung.
„Verstand bedarf, wer weit reist; daheim ist alles leicht."Hávamál 5, nach Karl Simrock 1851 (gemeinfrei)
Die Markomannen zeigen, dass Germanen nicht nur in losen Stämmen lebten, sondern auch Reiche bauen konnten, die Rom das Fürchten lehrten. Verwandt sind sie mit den Sueben.

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