Sie hüteten ein berühmtes Heiligtum und zahlten dafür einen furchtbaren Preis: Die Marser, ein germanischer Stamm im Westen, und der Tempel der Göttin Tanfana, den Germanicus in einer einzigen Nacht auslöschte.
Die Marser waren ein germanischer Stamm im nordwestlichen Deutschland, etwa zwischen Lippe und Ruhr – im weiteren Umfeld der Cherusker und Brukterer. Sie gehörten zu den Stämmen, die am Aufstand des Arminius gegen Rom beteiligt waren.
Berühmt wurden die Marser durch ein Heiligtum: den Tempel (oder heiligen Bezirk) der Göttin Tanfana. Tacitus nennt ihn als das bedeutendste Heiligtum der Gegend. Über die Göttin selbst wissen wir fast nichts – nur ihren Namen und dass ihr Kult den Marsern besonders wichtig war.
14 n. Chr., im Rachefeldzug nach der Varusschlacht, überfiel der römische Feldherr Germanicus die Marser mitten in der Nacht, während eines Festes. Tacitus berichtet kühl, dass das Heiligtum der Tanfana dem Erdboden gleichgemacht und die Gegend weithin verwüstet wurde. Es ist eine der brutalsten Szenen der römisch-germanischen Kriege – und zeigt, wie gezielt Rom die Heiligtümer der Feinde traf.
„Das bei diesen Völkern berühmteste Heiligtum, das der Tanfana genannt wurde, machten sie dem Boden gleich."nach Tacitus, Annalen I,51 (gemeinfrei, eigene Übersetzung)
Die Marser stehen für die verlorene Götterwelt der westgermanischen Stämme: ein wichtiges Heiligtum, ausgelöscht in einer Nacht – und eine Göttin, von der nur der Name blieb. Mehr im Überblick Germanische Religion.

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