Wo Gallien im Meer endete, saß ein Volk, das den Römern als der äußerste Rand der bekannten Welt galt.
Die Moriner waren ein belgisch-keltisches Küstenvolk am Ärmelkanal, im Raum des heutigen französisch-belgischen Grenzgebiets. Ihr Name bedeutet etwa „die am Meer Wohnenden".
„… und die Moriner, die entlegensten der Menschen."Vergil, Aeneis 8 (gemeinfrei, eigene Übersetzung)
Die Morinen lebten an der Kanalküste des heutigen Nordfrankreich und Belgien, rund um Thérouanne und Boulogne. Der Dichter Vergil nannte sie in seiner „Aeneis" die extremi hominum – „die äußersten der Menschen", weil ihr Land am Rand der den Römern bekannten Welt lag, dort, wo hinter dem Meer das geheimnisvolle Britannien begann.
Caesar bekam die Zähigkeit der Morinen zu spüren. Statt sich offener Schlacht zu stellen, zogen sie sich in Wälder und Sümpfe zurück und führten einen Kleinkrieg, der die Legionen zermürbte. Erst nach mehreren Feldzügen unterwarf Rom die Küstenvölker endgültig.
Gerade wegen ihrer Lage waren die Morinen für Rom strategisch wichtig: Von ihrem Küstenland aus stach Caesar 55 und 54 v. Chr. nach Britannien in See. Der Hafen Portus Itius, meist bei Boulogne vermutet, wurde zum Ausgangspunkt der ersten römischen Britannien-Expeditionen.
Unter römischer Herrschaft wurde Boulogne (Gesoriacum/Bononia) zum wichtigsten Kanalhafen und Heimatbasis der Classis Britannica, der römischen Flotte für Britannien. Ein Leuchtturm, die „Tour d'Ordre", wies den Schiffen den Weg – die Küste der Morinen war nun ein Nervenpunkt des Reiches.
Aus dem Hauptort der Morinen wurde die civitas Morinorum mit Zentrum Thérouanne. Die Landschaft von Flandern und Artois trägt das Erbe dieses Küstenvolkes bis heute – ein Volk am äußersten Rand, das gerade dadurch zur Brücke zwischen dem Kontinent und Britannien wurde.
Die Morinen erinnern daran, dass „das Ende der Welt" für die einen der Anfang für die anderen war: von ihrer Küste aus überquerten Heere und Händler den Kanal. Solche Geschichten von Grenzen und Übergängen erzählen wir bei GLANZ & GRAVUR gern – ehrlich aus den antiken Quellen.
Die Morinen erinnern daran, dass Grenzen immer auch Übergänge sind: Ihr Land war „das Ende der Welt" und zugleich das Sprungbrett nach Britannien, der Ort, an dem Rom die Flotte für die Insel stationierte. Von den extremi hominum Vergils bis zum Leuchtturm von Boulogne ist ihre Geschichte eine des Meeres und der Verbindung. Genau solche Geschichten von Küsten und Grenzen erzählen wir bei GLANZ & GRAVUR gern.
Die Moriner gehören zu den Küstenvölkern des Nordens. Weiter mit den Menapiern und Atrebaten.

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