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Epona: Die Göttin, die auf dem Pferd ritt

Folklore & Glaube Epona: Die Göttin, die auf dem Pferd ritt Sie ist die einzige keltische Göttin, die einen festen Platz im römischen Kalender bekam: Epona, die Herrin der Pferde. Vom Stall der Reiter bis in die Kasernen Roms – ihre sanfte Macht reichte weit.

Epona war die keltische Göttin der Pferde, Reiter, Esel und des Stalls – und zugleich eine Göttin des Wohlstands und der Fruchtbarkeit. Ihr Name leitet sich vom keltischen Wort für „Pferd" (epos) ab. Auf zahllosen Bildern erscheint sie sanft thronend zwischen Pferden oder seitlich auf einem Pferd reitend, oft mit einem Füllhorn oder Getreide.

Von den Kelten zu den Römern

Epona war so beliebt, dass die Römer sie übernahmen – ein seltener Fall. Besonders die Reiterei verehrte sie: In Ställen und Kasernen stellte man ihr Bild auf, damit sie die Pferde schützte. Sie erhielt sogar einen eigenen Festtag im römischen Kalender (18. Dezember). Damit ist Epona die am weitesten verbreitete keltische Gottheit im Römischen Reich.

Herrin der Tiere und der Schwelle

Wie viele keltische Gottheiten war Epona mehr als „nur" Pferdegöttin: Sie stand für Fruchtbarkeit, Fürsorge und – in manchen Deutungen – für die Begleitung der Seele auf ihrer letzten Reise. Das Pferd war in der keltischen wie in der germanisch-nordischen Welt ein heiliges Tier (man denke an Sleipnir oder die heiligen Pferde der Germanen). Epona ist ihr keltisches Gesicht.

„Verstand bedarf, wer weit reist; daheim ist alles leicht."Hávamál 5, nach Karl Simrock 1851 (gemeinfrei)
Was belegt ist: Epona als keltische Pferdegöttin, belegt durch sehr viele Weihesteine und Bildwerke von Gallien bis in die römischen Provinzen. Die Übernahme durch die römische Reiterei und ihr Festtag im römischen Kalender. Der Name von keltisch epos („Pferd").
Was Deutung ist: Wie bei fast allen keltischen Gottheiten fehlen erzählte Mythen – wir kennen Epona aus Bildern und Inschriften, nicht aus Geschichten. Ihre Rolle als „Seelengeleiterin" ist eine plausible, aber moderne Deutung mancher Grabdarstellungen. Direkte Verbindungen zu späteren Sagengestalten (etwa der walisischen Rhiannon) sind Vermutung, nicht Beweis.

Epona ist die sanfte, weitgereiste Herrin der Pferde – eine keltische Göttin, die sogar Rom eroberte. Mehr im Überblick Keltische Religion.

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