Tacitus sagt, die Germanen hätten ihre Götter nicht in Bilder gebannt, und doch holt man bis heute geschnitzte Idole aus den Mooren.
Ein berühmter Satz des Tacitus prägt unser Bild: Die Germanen hielten es für unwürdig, ihre Götter in Menschengestalt und in Tempelmauern zu bannen. Doch die Archäologie zeigt ein feineres Bild.
Der Kult lebte vor allem in heiligen Hainen, an Quellen und Mooren, nicht in Statuen. Symbole und geweihte Zeichen konnten die Gottheit vertreten, ohne sie „abzubilden".
Zugleich fand man einfache, oft gabelförmige Holzidole in Mooren, etwa aus Braak, Broddenbjerg oder Oberdorla. Manche sind kaum bearbeitete Aststücke mit angedeuteten Gesichtern oder Geschlechtsmerkmalen. Sie zeigen: Bildhafte Kultzeichen gab es sehr wohl, nur anders, als Rom es kannte.
„Sie halten es nicht für würdig, Götter in Wände zu sperren oder in Menschengestalt darzustellen."nach Tacitus, Germania 9 (gemeinfrei, eigene Übersetzung)
Die Götterbilder zeigen die Eigenart des germanischen Kults. Weiter mit den germanischen Opfern und der Irminsul.

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