Die Germanen hatten keine mächtige Priesterkaste wie die Kelten, aber es gab Menschen, die zwischen Göttern und Menschen vermittelten, und oft waren es Frauen.
Anders als bei den keltischen Druiden gab es bei den Germanen keine große, straff organisierte Priesterkaste. Kult und Opfer lagen oft in der Hand von Fürsten und Familienoberhäuptern. Dennoch kennen wir besondere religiöse Rollen.
Tacitus berichtet von Priestern, die im heiligen Hain den Kult versahen, die Zeichen des heiligen Pferdes deuteten und das Los befragten. Im Norden hieß ein Kultführer später goði, ein Sprecher heiliger Worte þulr (Thul).
Besonders angesehen waren Seherinnen. Tacitus nennt Veleda, die im Bataveraufstand fast göttlich verehrt wurde, sowie Ganna und Albruna. Diese Frauen deuteten die Zukunft und hatten großen politischen Einfluss – ein Vorläufer der späteren nordischen Völva.
„Sie glauben, dass den Frauen etwas Heiliges und Weissagendes innewohnt."nach Tacitus, Germania 8 (gemeinfrei, eigene Übersetzung)
Die Priester und Seherinnen führen ins Herz des germanischen Kults. Weiter mit Veleda und der germanischen Religion.

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