Bevor sie in den Krieg zogen oder Recht sprachen, fragten die Germanen die Götter, mit Stäbchen, Pferden und dem Flug der Vögel.
Kaum eine Entscheidung fiel ohne göttliches Zeichen. Tacitus beschreibt in der Germania mehrere Orakelformen der Germanen, sorgfältig und mit Respekt.
Man schnitt Zweige eines Obstbaums in Stäbchen, versah sie mit Zeichen, streute sie auf ein weißes Tuch und zog dreimal, unter Gebet zu den Göttern. Die Zeichen deutete ein Priester oder das Familienoberhaupt.
Besonders heilig waren weiße Pferde, die in geweihten Hainen gehalten wurden: Aus ihrem Wiehern und Schnauben las man den Willen der Götter. Dazu kamen Vogelflug, Vogelstimmen und der rituelle Zweikampf als Vorzeichen.
„Auf Vorzeichen und das Los achten sie wie kaum ein anderes Volk."nach Tacitus, Germania 10 (gemeinfrei, eigene Übersetzung)
Die Orakel zeigen, wie eng Alltag und Götterwille verwoben waren. Weiter mit den germanischen Priestern und Opfern.

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