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Die Juthungen: Sturm des 3. Jahrhunderts

Geschichte & Funde Die Juthungen: Sturm des 3. Jahrhunderts Im Krisenjahrhundert Roms tauchte ein hartes Reitervolk auf, das bis nach Italien vorstieß, die Juthungen.

Die Juthungen waren ein germanisches Volk nördlich der Donau, das im 3. Jahrhundert n. Chr. als gefürchtete Reiterkrieger auftrat. Man rechnet sie eng zum suebischen Umfeld und zur Vorgeschichte der Alemannen.

Ein Reitervolk des 3. Jahrhunderts

„… nach dem Sieg über die Juthungen und der Befreiung vieltausender Gefangener."nach dem Augsburger Siegesaltar (gemeinfrei, eigene Übersetzung)

Die Juthungen waren ein germanisches Volk, das im 3. Jahrhundert an der oberen Donau auftrat. Berühmt waren sie für ihre schnelle Reiterei, mit der sie tief in römisches Gebiet vorstießen. Manche Forscher sehen in ihnen Nachfahren oder Nachbarn der alten Semnonen.

Vorstöße bis Italien

Um 259/260 n. Chr. brachen die Juthungen mit großer Beute und tausenden Gefangenen aus Italien zurück in Richtung Heimat auf. Sie nutzten die Schwäche des Reiches in der Zeit der Soldatenkaiser, als Rom an vielen Fronten zugleich kämpfte.

Der Augsburger Siegesaltar

Ein einzigartiges Zeugnis erhellt diese Ereignisse: der Augsburger Siegesaltar, 1992 gefunden. Seine Inschrift berichtet, wie römische Truppen 260 n. Chr. die heimkehrenden Juthungen schlugen und tausende italische Gefangene befreiten. Es ist die früheste sichere Nennung der Juthungen – und zugleich der Semnonen in diesem Zusammenhang.

Kampf mit Rom über Jahrzehnte

Die Juthungen blieben ein hartnäckiger Gegner. Noch 271 n. Chr. musste Kaiser Aurelian schwere Kämpfe gegen sie führen, und auch später tauchen sie in den Quellen als Bedrohung der Donaugrenze auf. Ihre Reiterheere gehörten zu den gefürchtetsten der Völkerwanderungszeit.

Aufgehen in den Alemannen

Im Lauf des 4. Jahrhunderts verschmolzen die Juthungen mit dem großen Bund der Alemannen, der sich am Oberrhein und an der oberen Donau formte. So lebte ihr kriegerisches Erbe in einem der bedeutendsten germanischen Völker weiter.

Warum uns das berührt

Die Juthungen stehen für die dramatische Zeit, in der das römische Reich ins Wanken geriet und neue germanische Großverbände entstanden. Der Augsburger Altar macht diese ferne Epoche greifbar – und genau solche belegten Funde sind es, aus denen wir bei GLANZ & GRAVUR unsere Geschichten schöpfen.

Was belegt ist: Juthungen als germanisches Reitervolk des 3. Jh., ihre Vorstöße nach Italien und der Augsburger Siegesaltar von 259/260 (Inschrift; Dexippos-Fragmente).
Was Deutung ist: Die enge Gleichsetzung „Juthungen = frühe Alemannen/Semnonen-Nachfahren" ist plausibel, aber nicht bewiesen. Die Schriftquellen sind knapp; vieles hängt an einzelnen Funden.

Die Juthungen gehören zur Vorgeschichte der Alemannen. Weiter mit den Alemannen und Semnonen.

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