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Die Namneten: Aus ihrem Hafen wurde Nantes

Geschichte & Funde Die Namneten: Aus ihrem Hafen wurde Nantes An der Mündung der Loire lebte ein Seefahrervolk, dessen Name bis heute eine große Hafenstadt trägt.

Die Namneten (Namnetes) waren ein keltisches Volk an der Mündung der Loire, im heutigen Bretagne-Grenzraum. Ihr Hauptort wurde zum späteren Nantes.

Keltische Münzen der Namneten
Münzen der Namneten von der Loiremündung, Elektron, 1. Jahrhundert v. Chr. World Imaging, CC BY-SA 3.0, über Wikimedia Commons.

Seefahrer der Atlantikküste

Wie ihre Nachbarn, die mächtigen Veneter, waren die Namneten mit dem Meer und dem Atlantikhandel verbunden. In Caesars Feldzug gegen die Küstenvölker 56 v. Chr. standen sie auf der Seite der aufständischen Kelten.

Von der Loire nach Nantes

Unter Rom wurde ihr Gebiet Teil Galliens; ihr Hauptort Condevincum wuchs zur civitas der Namneten – aus der das heutige Nantes hervorging. So lebt das keltische Volk im Namen einer Großstadt weiter.

„Die Veneter riefen die Osismer, Lexovier, Namneten … zu Hilfe."nach Caesar, De Bello Gallico III (gemeinfrei, eigene Übersetzung)

An der Loire-Mündung

Die Namneten waren ein keltisches Volk der Atlantikküste Galliens, an der Mündung der Loire im Süden der Bretagne (Armorica). Ihr Land am großen Strom machte sie zu Seefahrern und Händlern, die den Küstenverkehr zwischen Gallien und Britannien mitbestimmten.

Verbündete der Veneter

56 v. Chr. schlossen sich die Namneten dem Aufstand der mächtigen Veneter gegen Caesar an. In der berühmten Seeschlacht an der bretonischen Küste standen die Atlantikvölker mit ihren hochbordigen Eichenschiffen den Römern gegenüber – bis eine Flaute den Galliern zum Verhängnis wurde.

Handel über den Ozean

Wie ihre Nachbarn lebten die Namneten vom Meer und vom Handel. Über ihre Häfen liefen Metalle, Salz und Waren entlang der Atlantikroute, die schon lange vor den Römern Britannien mit dem Kontinent verband. Ihre Schiffe waren für die raue See des Ozeans gebaut, nicht für das milde Mittelmeer.

Von Condevincum nach Nantes

Unter römischer Herrschaft wuchs der Hauptort der Namneten, Condevincum, zu einer bedeutenden Stadt am Loire-Ufer. Aus ihr wurde das heutige Nantes, dessen Name unmittelbar auf den Stamm der Namneten zurückgeht.

Erbe in der Bretagne

Der Name der Namneten lebt bis heute weiter: in der Stadt Nantes und im Département Loire-Atlantique. So blieb ein keltisches Seefahrervolk auf der Landkarte präsent, lange nachdem seine Schiffe im Atlantik vergangen waren.

Warum uns das berührt

Die Namneten stehen für das oft übersehene maritime Gallien – ein Europa der Küsten, Häfen und Seewege. Solche Geschichten von Handel und Meer erzählen wir bei GLANZ & GRAVUR gern, weil sie zeigen, wie vernetzt die antike Welt schon war.

Was belegt ist: Namneten an der Loire-Mündung, ihre Beteiligung am Aufstand der Küstenvölker 56 v. Chr. (Caesar, De Bello Gallico III) und Condevincum/Nantes als ihre civitas.
Was Deutung ist: Über die innere Ordnung der Namneten ist wenig bekannt; sie stehen im Schatten der besser bezeugten Veneter. Die Frühgeschichte von Nantes ist nur teilweise gesichert.

Die Namneten gehören zur keltischen Atlantikwelt. Weiter mit den Venetern und Pictonen.

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