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Die Santonen: Wohin die Helvetier wollten

Geschichte & Funde Die Santonen: Wohin die Helvetier wollten Ihr Land war das Ziel eines ganzen Volkes auf Wanderschaft – und wurde später eine der blühendsten Landschaften des römischen Gallien.

Die Santonen waren ein keltisches Volk an der gallischen Atlantikküste, um das heutige Saintes (Mediolanum Santonum).

Goldmünze der Santonen
Goldmünze der Santonen, 5. bis 1. Jahrhundert v. Chr. World Imaging, CC BY-SA 3.0, über Wikimedia Commons.

Blühendes römisches Land

Unter Rom wurde das Santonenland wohlhabend: Saintes erhielt einen Triumphbogen und ein großes Amphitheater. Die Region lieferte Wein und war ein Knotenpunkt des Atlantikhandels.

„Sie beschlossen, ins Gebiet der Santonen zu ziehen, das nicht weit vom Land der Tolosaten entfernt liegt."nach Caesar, De Bello Gallico I (gemeinfrei, eigene Übersetzung)

Ein Volk an der Atlantikküste

Die Santonen waren ein keltisches Volk im Westen Galliens, an der Atlantikküste der heutigen Saintonge (Charente-Maritime). Ihr fruchtbares, mildes Land war begehrt – und spielte gleich zu Beginn von Caesars Gallischem Krieg eine Rolle.

Das Ziel der Helvetier

58 v. Chr. wollten die Helvetier ihre Heimat verlassen und ins Land der Santonen ziehen. Caesar nutzte diesen Zug als Anlass, einzugreifen – der Beginn der Eroberung ganz Galliens. So standen die Santonen unfreiwillig am Anfang eines welthistorischen Krieges.

Wein und Handwerk

Unter Rom blühte das Land der Santonen. Es wurde berühmt für seinen Wein und seine Töpferei; santonische Keramik wurde weithin gehandelt. Die Region war eine der wohlhabendsten des römischen Galliens.

Mediolanum Santonum – Saintes

Ihr Hauptort Mediolanum Santonum wurde eine prächtige römische Stadt mit Amphitheater und Ehrenbogen – das heutige Saintes. Der Name der Stadt und der Landschaft Saintonge geht unmittelbar auf den Stamm zurück.

Warum uns das berührt

Die Santonen zeigen, wie eng scheinbar kleine Völker mit den großen Wendepunkten der Geschichte verwoben waren. Bei GLANZ & GRAVUR erzählen wir das aus den Quellen – vom Auslöser eines Krieges bis zur blühenden Weinregion.

Mythos-Check: Nicht die Santonen selbst begannen den Gallischen Krieg – sie waren nur das Ziel des Helvetierzugs. Caesar machte diesen Zug zum Vorwand für sein Eingreifen; die Darstellung in seinem eigenen Kriegsbericht ist entsprechend interessengeleitet.
Was belegt ist: Santonen als Ziel des Helvetierzugs (Caesar, De Bello Gallico I), Mediolanum Santonum/Saintes mit Bogen und Amphitheater als bedeutende römische Stadt (archäologische Reste).
Was Deutung ist: Über die vorrömische Kultur der Santonen wissen wir wenig; ihr Ruf als „reiche Weinregion" stammt aus römischer Zeit. Caesars Angabe zum Helvetierziel dient auch dazu, sein Eingreifen zu rechtfertigen.

Die Santonen führen an die keltische Atlantikküste. Weiter mit den Helvetiern und Venetern.

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