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Die Naristen: Ein kleines Volk an der Donau

Geschichte & Funde Die Naristen: Ein kleines Volk an der Donau Manchmal überlebt ein Volk in der Geschichte nur, weil einer seiner Anführer die Seite wechselte.

Die Naristen (Naristi, auch Varisten) waren ein kleines germanisches Volk an der oberen Donau, in der Nachbarschaft von Markomannen und Quaden. Tacitus nennt sie unter den suebischen Völkern.

Zwischen den Großen

Als kleines Volk lagen die Naristen im Schatten mächtiger Nachbarn und im Grenzraum zum Römischen Reich. Ihre Lage machte sie zu Mitspielern in den großen Donaukriegen des 2. Jahrhunderts.

Ein Überläufer in den Markomannenkriegen

Während der Markomannenkriege lief der Naristen-Anführer Valao mit vielen Tausend Menschen zu Rom über und wurde im Reich angesiedelt. So verschwand ein Teil des Volkes im Imperium – ein typisches Schicksal kleiner Grenzstämme.

„Dann folgen die Markomannen und Quaden … und die Naristen."nach Tacitus, Germania 42 (gemeinfrei, eigene Übersetzung)

Ein kleines Volk an der Donau

Die Naristen (auch Varisten) waren ein kleiner germanischer Stamm im Vorland der Donau, etwa zwischen dem Böhmerwald und dem heutigen Bayern. Eingekeilt zwischen mächtigen Nachbarn wie den Hermunduren und den Markomannen, mussten sie ihre Selbstständigkeit stets aufs Neue behaupten.

Tacitus über die Naristen

Tacitus erwähnt sie in seiner „Germania" in einer Reihe mit Hermunduren und Markomannen und rühmt indirekt ihre Tapferkeit. Viel mehr verrät die antike Literatur nicht – die Naristen gehören zu jenen Völkern, deren Bild wir nur aus wenigen Zeilen zusammensetzen können.

Im Sog der Markomannenkriege

Ihre große Stunde – und ihr Verhängnis – kam mit den Markomannenkriegen (166–180 n. Chr.), als germanische Völker die Donaugrenze durchbrachen und bis nach Italien vorstießen. Als Grenzvolk wurden die Naristen unweigerlich in diese gewaltigen Auseinandersetzungen unter Kaiser Mark Aurel hineingezogen.

Valao und die 3000 Überläufer

Der Geschichtsschreiber Cassius Dio berichtet von einem Wendepunkt: Als der naristische Anführer Valao fiel, liefen rund 3000 Naristen zu den Römern über und wurden im Reich angesiedelt. So schwächte sich der ohnehin kleine Stamm entscheidend – ein Beispiel dafür, wie Rom Gegner nicht nur besiegte, sondern auch aufsog.

Ein Name, der fast verschwand

Nach den Markomannenkriegen verlieren sich die Spuren der Naristen. Sie gingen wohl in größeren Verbänden auf, wie so viele kleine Donaustämme. Übrig blieb kaum mehr als ihr Name in den Werken römischer Autoren.

Warum uns das berührt

Die Naristen erinnern daran, dass zwischen den großen Namen der Geschichte unzählige kleine Völker standen, die ihr Schicksal ebenso zu meistern hatten. Bei GLANZ & GRAVUR erzählen wir auch ihre Geschichte – ehrlich aus den wenigen Quellen, die uns geblieben sind.

Was belegt ist: Naristen als kleines suebisches Donauvolk (Tacitus, Germania 42) und der Überlauf ihres Anführers zu Rom in den Markomannenkriegen (Cassius Dio).
Was Deutung ist: Über Sprache, Kult und innere Ordnung der Naristen ist praktisch nichts überliefert. Selbst die Namensform (Naristi/Varisti) und die genaue Lage sind in den Quellen unsicher.

Die Naristen gehören zur Welt der Donau-Sueben. Weiter mit den Markomannen und Quaden.

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