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Das Ringheiligtum von Pömmelte

Geschichte Kreisförmige Ringanlage – Sinnbild für das Ringheiligtum von Pömmelte

Lange bevor es Germanen gab – vor rund 4.300 Jahren – errichteten Menschen im heutigen Sachsen-Anhalt einen gewaltigen Ring aus Erde und Holz: das Ringheiligtum von Pömmelte, oft „deutsches Stonehenge" genannt. Ein Ort der Sonne, des Rituals – und düsterer Funde.

Das Ringheiligtum von Pömmelte liegt an der Elbe südlich von Magdeburg. Es besteht aus mehreren konzentrischen Ringen von Gräben, Wällen und Holzpfosten, rund 115 Meter im Durchmesser, errichtet um 2300 v. Chr. – also zeitgleich mit den jüngeren Bauphasen des englischen Stonehenge.

Das „deutsche Stonehenge"

Wie sein englisches Vorbild ist die Anlage astronomisch ausgerichtet: Ihre Tore und Achsen nehmen Bezug auf markante Punkte im Sonnenlauf, etwa die Sonnenwenden. Pömmelte war ein Versammlungs- und Kultplatz einer frühbronzezeitlichen Gemeinschaft – ein Ort, an dem Himmel, Zeit und Gemeinschaft zusammenkamen.

Feste, Opfer und dunkle Schächte

In den Gräben und Schachtgruben fanden Archäologen bewusste Niederlegungen: zerscherbte Keramik, Tierknochen, Steinbeile, Mahlsteine – und die Überreste von Menschen, überwiegend Frauen und Kindern, teils mit Verletzungen. Ob es sich um Opfer, um Bestattungen oder um rituelle Deponierungen handelt, ist bis heute umstritten. Sicher ist: Hier wurde nicht nur gefeiert, sondern auch Ernstes vollzogen.

Ein Zentrum der Aunjetitzer Welt

Pömmelte gehört in dieselbe frühbronzezeitliche Welt wie die Himmelsscheibe von Nebra. In der Nähe lagen eine gleichzeitige Siedlung und ein zweiter Ring (Schönebeck) – zusammen eine ganze rituelle Landschaft. 2016 wurde die Anlage am Originalstandort rekonstruiert und ist heute frei zugänglich.

Das „deutsche Stonehenge"

Das Ringheiligtum von Pömmelte in Sachsen-Anhalt wird oft das „deutsche Stonehenge" genannt. Es ist eine kreisförmige Kultanlage aus Holz und Erde, die vor rund 4300 Jahren angelegt wurde – ein monumentales Heiligtum der Bronzezeit.

Ringe aus Holz und Erde

Die Anlage bestand aus konzentrischen Kreisen von Gräben, Wällen und hölzernen Pfostenreihen, ausgerichtet auf den Lauf der Sonne. Ein Ort für Feste, Rituale und die Beobachtung des Jahreslaufs – Ausdruck eines hochentwickelten Weltbilds.

Opfer und Bestattungen

In den Gruben der Anlage fand man Keramik, Tierknochen, Werkzeuge und menschliche Überreste – Zeugnisse von Ritualen, deren genaue Bedeutung wir nur erahnen können. Nahebei lag eine zugehörige Siedlung.

Ein Fenster in die Vorgeschichte

Pömmelte zeigt, dass es lange vor Germanen und Wikingern schon monumentale Heiligtümer in Mitteldeutschland gab. Heute ist die Anlage rekonstruiert und wieder begehbar – ein eindrucksvolles Zeugnis der frühen Kultlandschaft.

Beleg: Das Ringheiligtum Pömmelte (um 2300 v. Chr.) ist durch großflächige Grabungen gut erforscht und teilrekonstruiert.
Mythos-Check: Pömmelte ist bronzezeitlich – rund 3000 Jahre älter als die Wikinger und rund 2000 Jahre älter als die Germanen der Tacitus-Zeit. Es hat mit nordischer Mythologie nichts zu tun; die Zeiträume sollte man nicht vermischen.
Beleg & Quellen. Ringheiligtum Pömmelte (Salzlandkreis, Sachsen-Anhalt), errichtet um 2300 v. Chr.; konzentrische Ring­anlage ~115 m, solar ausgerichtet; Schachtgruben mit Deponierungen und menschlichen Überresten. Ausgrabung/Rekonstruktion: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (H. Meller u. a.).

Mythos-Check. Ganz wichtig: Pömmelte ist nicht germanisch. Es ist rund 2.000 Jahre älter als die Germanen und gehört in die späte Jungstein-/frühe Bronzezeit. „Deutsches Stonehenge" ist ein griffiger Spitzname, kein wissenschaftlicher Begriff. Und die Deutung der menschlichen Überreste (Opfer? Bestattung? beides?) ist offen – seriöse Archäologie hält hier bewusst mehrere Möglichkeiten nebeneinander.

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Aunjetitzer Kultur & Nebra · Die Externsteine · Germanen & Stämme.

Quellen & Literatur

Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (Pömmelte, Schönebeck). Harald Meller (Hrsg.), Publikationen zur frühen Bronzezeit Mitteldeutschlands; Der geschmiedete Himmel (2004).

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