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Die Sachsen: Roms und Karls hartnäckigste Gegner

Geschichte & Funde Die Sachsen: Roms und Karls hartnäckigste Gegner Sie beherrschten die Nordseeküste, saßen den Wikingern im Nacken und trotzten Karl dem Großen drei Jahrzehnte lang: die Sachsen.

Die Sachsen waren ein germanischer Stammesverband im Nordwesten des heutigen Deutschlands – zwischen Nordsee, Elbe und Weser. Der Name (von sahs, dem einschneidigen Kurzschwert) taucht ab dem 2. Jahrhundert auf. Wie die Chauken, aus denen sie teils hervorgingen, waren sie gefürchtete Seeräuber.

Von Seeräubern zum Großstamm

„Kein Krieg war länger und grausamer … als der gegen die Sachsen."nach Einhard, Vita Karoli Magni (gemeinfrei, eigene Übersetzung)

Die Sachsen traten zuerst als gefürchtete Seeräuber an der Nordseeküste in Erscheinung. Aus einem Bund kleiner Küstenvölker – darunter Chauken und Angrivarier – wuchs im Lauf der Jahrhunderte ein mächtiger Großstamm zwischen Rhein, Elbe und Harz.

Nach Britannien

Im 5. Jahrhundert zogen Teile der Sachsen zusammen mit Angeln und Jüten über die Nordsee und wurden zu Mitbegründern der Angelsachsen. Ihr Name lebt in „Essex", „Sussex" und „Wessex" (Ost-, Süd-, Westsachsen) weiter.

Widukind und Karl der Große

Die auf dem Festland verbliebenen Sachsen führten von 772 bis 804 einen erbitterten Abwehrkampf gegen Karl den Großen. Ihr Anführer Widukind wurde zur Symbolfigur des Widerstands, bis auch er sich taufen ließ.

Irminsul und Zwangstaufe

Karl ließ 772 das heilige Heiligtum der Sachsen, die Irminsul, zerstören und erzwang die Christianisierung mit Härte – bis hin zum umstrittenen „Blutgericht von Verden". Einhard nannte keinen Krieg länger und grausamer als den gegen die Sachsen.

Beleg: Die Sachsenkriege 772–804, die Zerstörung der Irminsul und Widukind sind in fränkischen Quellen (Reichsannalen, Einhard) gut bezeugt.
Mythos-Check: Das „Blutgericht von Verden" (angeblich 4500 Hinrichtungen 782) ist in seiner Zahl und Deutung umstritten; die NS-Zeit hat den Stoff stark ideologisch aufgeladen. Die Quellenlage ist dünner, als die populäre Erzählung glauben macht.
Was belegt ist: Sächsische Seeraubzüge (spätrömische Quellen), die Landnahme in Britannien, die Sachsenkriege Karls 772–804, das Fällen der Irminsul 772 und die gewaltsame Christianisierung (Einhard, Reichsannalen, Capitulatio de partibus Saxoniae).
Was Deutung ist: „Die Sachsen" waren kein einheitliches Volk, sondern ein Verband, der sich erst allmählich formte. Der Widukind der Denkmäler ist stark von späterer Verehrung überformt. Das Blutgericht von Verden (782) ist überliefert, aber in Zahl und Ablauf umstritten.

Die Sachsen sind das Bindeglied zwischen germanischer Antike und der Welt der Wikinger in Deutschland. Weiter mit ihren Vorfahren, den Chauken.

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