Sie saßen rechts des Rheins in unserer Nachbarschaft, trotzten Rom und lebten in einem Satz weiter, der Jahrhunderte später einem König galt.
Die Sugambrer (auch Sygambrer) waren ein mächtiger germanischer Stamm am rechten Niederrhein, im Raum zwischen Ruhr, Sieg und Lippe. Sie gehörten zu den härtesten Gegnern Roms in der Rheinregion.
Mehrfach überquerten die Sugambrer den Rhein und schlugen römische Truppen; 16 v. Chr. vernichteten sie sogar eine Legion (die „clades Lolliana"). Rom antwortete hart: Ein Teil des Stammes wurde unter Tiberius auf die linke Rheinseite umgesiedelt und in römische Verbände eingegliedert.
„Sugambrer" bzw. „Sicambri" wurde zu einem dichterischen Namen für die Franken insgesamt. Als der Frankenkönig Chlodwig um 500 getauft wurde, soll Bischof Remigius ihm zugerufen haben: „Beuge sanft deinen Nacken, Sugambrer." So schlägt der Name eine Brücke von der germanischen Antike bis zur Taufe Chlodwigs.
„Beuge sanft deinen Nacken, Sugambrer: bete an, was du verbrannt, verbrenne, was du angebetet hast."Remigius an Chlodwig, nach Gregor von Tours (gemeinfrei, eigene Übersetzung)
Die Sugambrer waren einer der mächtigsten germanischen Stämme am rechten Niederrhein, etwa im Raum zwischen Ruhr, Lippe und Sieg. Von hier aus führten sie kühne Raubzüge über den Rhein in das römisch besetzte Gallien und wurden für Rom zu einem gefürchteten Gegner – ein Stamm direkt gegenüber der Landschaft, die heute unsere Heimat ist.
16 v. Chr. fügten die Sugambrer zusammen mit Nachbarstämmen den Römern eine empfindliche Niederlage zu und erbeuteten den Adler der 5. Legion. Diese clades Lolliana – die „Niederlage des Lollius" – galt in Rom als schwere Schande und war einer der Anlässe, warum Kaiser Augustus die große Germanienoffensive begann.
Rom antwortete mit Härte und List. Um 8 v. Chr. ließ der spätere Kaiser Tiberius einen großen Teil der Sugambrer auf die linke, römische Rheinseite umsiedeln. Aus diesen Umgesiedelten wurde unter anderem der Stamm der Cugerner im Raum Xanten. So wurde ein gefährlicher Feind entwurzelt und in die römische Ordnung eingegliedert.
Der Name der Sugambrer erlosch nicht ganz: Er lebte als ehrender Beiname der Franken weiter. Als der Frankenkönig Chlodwig um 500 getauft wurde, soll ihm Bischof Remigius zugerufen haben, er möge als stolzer Sugambrer nun den Nacken beugen und anbeten, was er verbrannt habe. Damit schlägt der Stamm eine Brücke von der frühen Germanenzeit bis zur Taufe im nahen Rheinland.
Die Umsiedlung der Sugambrer war kein kleiner Vorgang: Antike Autoren sprechen von zehntausenden Menschen, die Rom vom rechten auf das linke Rheinufer brachte. Ganze Familien, Herden und Hausrat wurden über den Strom geführt und in der Provinz neu angesiedelt. So sicherte Rom die Grenze und beraubte den Stamm zugleich seiner Heimat und Schlagkraft. Aus solchen verpflanzten Gruppen wuchsen neue Gemeinschaften wie die Cugerner, deren Nachfahren im Raum Xanten lebten – ein weiteres Kapitel der bewegten Geschichte des Niederrheins.
Die Sugambrer gehören zu den Rheinvölkern zwischen Germanien und Rom. Weiter mit den Ubiern und Tenkterern & Usipetern.

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