Sohn eines Dubliner Königs und einer legendären Mutter, Eroberer halb Schottlands und Bindeglied zur Besiedlung Islands: Thorstein der Rote ist eine der spannendsten Gestalten der Wikingerzeit im Westen.
Thorstein der Rote (altnordisch Þorsteinn rauðr) war der Sohn Olafs des Weißen, des Wikingerkönigs von Dublin, und der Aud der Tiefsinnigen. Er lebte im späten 9. Jahrhundert und wurde selbst ein mächtiger Kriegsherr – diesmal nicht in Irland, sondern im Norden Schottlands.
Nach den isländischen Quellen verbündete sich Thorstein mit Sigurd dem Mächtigen, dem Jarl der Orkneys, und eroberte weite Teile Nordschottlands – Caithness, Sutherland und mehr. Die Landnámabók nennt ihn zeitweise sogar „König" über dieses Gebiet. Für einen Moment schien ein nordisches Reich im schottischen Norden zu entstehen.
Doch die Herrschaft war brüchig: Thorstein fiel dem Verrat der Schotten zum Opfer und wurde erschlagen. Sein früher Tod löste eine der berühmtesten Wanderungen der Wikingerzeit aus: Seine Mutter Aud ließ heimlich ein Schiff bauen und führte die Familie und ihre Gefolgsleute übers Meer – erst zu den Orkneys und Färöern, schließlich nach Island, wo sie zu einer der großen Erstsiedlerinnen wurde.
„Verstand bedarf, wer weit reist; daheim ist alles leicht."Hávamál 5, nach Karl Simrock 1851 (gemeinfrei)
Thorstein der Rote verbindet die Wikingerwelten von Dublin, Schottland und Island in einem kurzen, dramatischen Leben. Weiter mit seiner Mutter Aud der Tiefsinnigen.

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