Aus einer kleinen Landschaft an der Ostsee zog ein Volk übers Meer und gab einer ganzen Insel seinen Namen: die Angeln.
Die Angeln waren ein germanischer Stamm aus der Landschaft Angeln im heutigen Schleswig-Holstein, zwischen Schlei und Flensburger Förde. Tacitus zählt sie zu den Stämmen, die die Erdgöttin Nerthus verehrten.
Im 5. Jahrhundert zogen Angeln zusammen mit Sachsen und Jüten nach Britannien, als die römische Herrschaft dort zerfiel. Bäda berichtet, das Land Angeln sei danach verödet gewesen – ein Hinweis, wie viele fortzogen.
In Britannien gründeten die Angeln Königreiche wie Mercia, Ostanglien und Northumbria. Aus Angla-land – „Land der Angeln" – wurde England, aus ihrer Sprache das Englische. So lebt ein kleiner Ostseestamm im Namen einer Weltsprache weiter.
„… die Angeln, das heißt jenes Land, das Angulus genannt wird."nach Beda, Historia ecclesiastica I,15 (gemeinfrei, eigene Übersetzung)
Die Angeln verbinden die Ostsee mit der angelsächsischen Welt. Weiter mit den Sachsen und Chauken.

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