Zwischen Rhein und Elbe, auf künstlichen Wohnhügeln über dem Meer, lebte ein Volk, das für seine Freiheit berühmt wurde: die Friesen.
Die Friesen waren ein germanisches Küstenvolk zwischen Rhein und Elbe, an der Nordsee. Weil das Land oft überflutet wurde, bauten sie Warften (Terpen) – künstliche Wohnhügel, auf denen Höfe und Dörfer der Flut trotzten.
Schon Tacitus kennt die „großen und kleinen Friesen". Sie zahlten Rom zeitweise Tribut in Ochsenhäuten, erhoben sich aber 28 n. Chr. gegen zu harte Forderungen. Über Jahrhunderte blieben sie ein eigenständiges Küstenvolk, berühmt für Viehzucht, Salzgewinnung und Seehandel.
Im Frühmittelalter widersetzten sich die Friesen unter Königen wie Radbod lange der fränkischen Herrschaft und dem Christentum. Aus dieser Zeit stammt die berühmte „friesische Freiheit": die Vorstellung, keinem Herzog untertan zu sein, sondern nur dem König bzw. Kaiser. Der friesische Handel verband später die Nordsee bis nach Haithabu und England.
„Die Friesen … sie werden nach ihrer Kraft die großen und die kleinen genannt."nach Tacitus, Germania 34 (gemeinfrei, eigene Übersetzung)
Die Friesen gehören zur Welt der Nordseeküste – wie die Chauken und Sachsen. Weiter mit ihnen.

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