Kaum ein germanisches Volk hat die Geschichte so verändert wie die Goten – von einer Sagenheimat im Norden bis zur Plünderung Roms.
Die Goten waren ein ostgermanisches Volk, dessen Ursprung die Überlieferung (Jordanes) in Scandza – dem Norden – verortet. Von der unteren Weichsel zogen sie im 2./3. Jahrhundert bis ans Schwarze Meer und spalteten sich in West- und Ostgoten.
410 n. Chr. plünderte der Westgote Alarich Rom – ein Schock für die antike Welt. Die Westgoten gründeten ein Reich in Spanien, die Ostgoten unter Theoderich eines in Italien. So wurden aus einem Wandervolk Erben und Zerstörer Roms zugleich.
„Von dieser Insel Scandza … sollen einst die Goten ausgezogen sein."nach Jordanes, Getica (gemeinfrei, eigene Übersetzung)
Die Goten waren eines der mächtigsten ostgermanischen Völker der Spätantike. Der gotische Geschichtsschreiber Jordanes lässt sie von der Insel Scandza über die Weichsel einwandern und schließlich bis ans Schwarze Meer ziehen, wo sie ein großes Reich errichteten.
Ein Meilenstein war die gotische Bibel des Bischofs Wulfila im 4. Jahrhundert. Für seine Übersetzung schuf er eigens eine gotische Schrift. Der erhaltene Codex Argenteus ist eines der kostbarsten Zeugnisse einer germanischen Sprache überhaupt.
410 n. Chr. eroberte der Westgotenkönig Alarich die Stadt Rom – ein Schock, der die ganze antike Welt erschütterte. Die „ewige Stadt" war erstmals seit 800 Jahren wieder in feindlicher Hand.
Die Goten teilten sich in zwei große Zweige: die Westgoten, die ein Reich in Spanien gründeten, und die Ostgoten, die unter Theoderich dem Großen Italien beherrschten. Beide prägten das Europa nach dem Fall Westroms.
Die Goten gehören zu den großen ostgermanischen Wandervölkern – wie die Heruler und Rugier. Weiter mit ihnen.

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