Sie kämpften von Byzanz bis Italien und waren als Krieger gefürchtet – doch das Erstaunlichste an den Herulern ist eine Reise: zurück in den hohen Norden.
Die Heruler waren ein ostgermanisches Volk, das in der Völkerwanderungszeit als besonders bewegliche und gefürchtete Krieger auftrat. Man findet sie im Gefolge Attilas, in römischen und byzantinischen Heeren und als Gründer eines eigenen Reiches an der mittleren Donau.
Heruler kämpften als Söldner an vielen Fronten – berühmt für Schnelligkeit und Wildheit, aber ohne feste Heimat. Ihr Donaureich wurde im 6. Jahrhundert von den Langobarden geschlagen. Danach zerfiel das Volk.
Der byzantinische Historiker Prokop berichtet etwas Einzigartiges: Ein Teil der Heruler sei nach der Niederlage zurück in den hohen Norden gewandert, nach „Thule" (Skandinavien) – dorthin, woher ihre Vorfahren einst gekommen sein sollen. Es ist die einzige antike Überlieferung einer solchen Rückwanderung.
„Sie zogen durch alle Völker der Sklavinen und gelangten nach Thule und ließen sich dort nieder."nach Prokop, Gotenkriege (gemeinfrei, eigene Übersetzung)
Die Heruler schlagen eine Brücke zwischen dem Süden der Völkerwanderung und dem hohen Norden der späteren Wikinger. Weiter mit den Rugiern und Langobarden.

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