Sie kämpften von Byzanz bis Italien und waren als Krieger gefürchtet – doch das Erstaunlichste an den Herulern ist eine Reise: zurück in den hohen Norden.
Die Heruler waren ein ostgermanisches Volk, das in der Völkerwanderungszeit als besonders bewegliche und gefürchtete Krieger auftrat. Man findet sie im Gefolge Attilas, in römischen und byzantinischen Heeren und als Gründer eines eigenen Reiches an der mittleren Donau.
„Sie zogen durch alle Völker der Sklavinen und gelangten nach Thule und ließen sich dort nieder."nach Prokop, Gotenkriege (gemeinfrei, eigene Übersetzung)
Die Heruler waren ein ostgermanisches Volk, das vor allem als gefürchtete Krieger und Söldner in Erscheinung trat. Beweglich und kampferprobt, dienten sie in den Heeren Roms und Ostroms – und gründeten zeitweise eigene Reiche.
In der Völkerwanderung tauchen die Heruler an vielen Orten auf: am Schwarzen Meer, an der Donau, in Italien. Sie kämpften mal für, mal gegen Rom. Viele Gefolgsleute Odoakers, der 476 den letzten weströmischen Kaiser stürzte, waren Heruler.
Der Geschichtsschreiber Prokop überliefert eine faszinierende Nachricht: Ein Teil der Heruler sei nach einer Niederlage in den hohen Norden, nach „Thule" (Skandinavien), zurückgewandert. Das ist einer der seltenen antiken Hinweise auf eine Rückwanderung in den Norden.
Im 6. Jahrhundert zerfiel die Macht der Heruler; ihr Donaureich ging unter, und die Reste verloren sich in anderen Völkern. Von einem einst gefürchteten Kriegervolk blieb nur die Erinnerung.
Die Heruler schlagen eine Brücke zwischen dem Süden der Völkerwanderung und dem hohen Norden der späteren Wikinger. Weiter mit den Rugiern und Langobarden.

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