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Kimbern & Teutonen: Der Sturm aus dem Norden

Geschichte & Funde Kimbern & Teutonen: Der Sturm aus dem Norden Um 113 v. Chr. brach ein ganzes Volk aus dem Norden auf und jagte Rom eine Angst ein, die noch Generationen später „der Cimbernschrecken" hieß.

Kimbern und Teutonen waren germanische Völker, die – vermutlich aus Jütland – um 113 v. Chr. mit Frauen, Kindern und Vieh nach Süden zogen. Kein Kriegszug, sondern eine Völkerwanderung: die Suche eines ganzen Volkes nach neuem Land.

Karte des Zugs der Kimbern und Teutonen
Der Zug der Kimbern und Teutonen – moderne Kartendarstellung, der Verlauf ist in Teilen umstritten. Malost, CC BY-SA 3.0, über Wikimedia Commons.

Die Katastrophe von Arausio

Immer wieder schlugen sie römische Heere. Der Tiefpunkt für Rom war die Schlacht von Arausio 105 v. Chr. – eine der schwersten Niederlagen der römischen Geschichte, in der zwei Heere zugleich vernichtet wurden. In Rom entstand der „terror cimbricus", der Cimbernschrecken.

Marius und der Untergang

Der Feldherr Marius reformierte das Heer und stellte die Wanderer schließlich: Die Teutonen wurden 102 v. Chr. bei Aquae Sextiae, die Kimbern 101 v. Chr. bei Vercellae vernichtet. Der große Zug endete – aber die Erinnerung an das Volk aus dem Norden blieb tief in Rom eingebrannt.

„Jetzt ein kleines Volk, doch der Ruhm ist gewaltig."nach Tacitus, Germania 37, über die Kimbern (gemeinfrei, eigene Übersetzung)

Ein Wandervolk erschüttert Rom

Kimbern und Teutonen waren germanische Völker, die um 113 v. Chr. – lange vor der eigentlichen Wikingerzeit – aus dem Norden aufbrachen und ganze Landstriche durchzogen. Ihre gewaltige Wanderung mit Frauen, Kindern und Vieh versetzte Rom in einen jahrelangen Schrecken.

Der Terror Cimbricus

Mehrfach schlugen sie römische Heere vernichtend. Die Katastrophe von Arausio 105 v. Chr., wo zwei römische Armeen untergingen, gilt als eine der schwersten Niederlagen Roms überhaupt. Der „terror cimbricus" – die Angst vor den Kimbern – wurde sprichwörtlich.

Marius schlägt zurück

Erst der Feldherr Marius wendete das Blatt: 102 v. Chr. vernichtete er die Teutonen bei Aquae Sextiae (Aix-en-Provence), 101 v. Chr. die Kimbern bei Vercellae in Norditalien. Die große Wanderung endete in zwei Schlachten.

Woher kamen sie?

Die antiken Autoren verorten die Heimat der Kimbern meist in Jütland (das „Kimbrische Halbinsel" genannt wurde). Tacitus nennt sie später „ein kleines Volk, doch von großem Ruhm" – die Erinnerung an ihren Schrecken hielt Jahrhunderte an.

Beleg: Arausio 105, Aquae Sextiae 102 und Vercellae 101 sind bei Plutarch, Livius (Periochae) und Tacitus (Germania 37) bezeugt.
Mythos-Check: Ob Kimbern und Teutonen „rein germanisch" waren, ist unsicher – manche Namen und Nachrichten deuten auch keltische Elemente an. Und die Herkunft aus Jütland ist eine antike Zuschreibung, kein gesicherter archäologischer Befund.
Was belegt ist: Der Wanderzug, die Siege über mehrere römische Heere, Arausio 105 v. Chr. und die Niederlagen bei Aquae Sextiae 102 und Vercellae 101 v. Chr. sind bei Livius (Periochae), Florus, Plutarch und Tacitus bezeugt.
Was Deutung ist: Ob Kimbern und Teutonen „germanisch" oder teils keltisch waren, ist bis heute umstritten – die antiken Autoren sind uneins. Die Herkunft aus Jütland (Himmerland ↔ „Kimbern") ist eine plausible, aber nicht bewiesene Namensdeutung. Zahlenangaben der Quellen sind stark übertrieben.

Kimbern und Teutonen sind der erste große Zusammenprall von Nord und Süd – lange vor den Wikingern. Weiter mit den Rugiern und Herulern.

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