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Die Rugier: Ein Volk zwischen Ostsee und Donau

Geschichte & Funde Die Rugier: Ein Volk zwischen Ostsee und Donau Von der Ostseeküste bis an die Donau: Die Rugier waren ein wanderndes Volk, dessen Königreich am Ende der Antike zwischen die Großmächte geriet.

Die Rugier waren ein ostgermanisches Volk, das Tacitus im 1. Jahrhundert an der südlichen Ostseeküste verortet. Ihr Name wird oft mit der Insel Rügen in Verbindung gebracht – eine beliebte, aber sprachlich unsichere Deutung.

Runde Schilde, kurze Schwerter

Tacitus nennt die Rugier gemeinsam mit ihren Nachbarn als Völker mit runden Schilden, kurzen Schwertern und großem Gehorsam gegenüber ihren Königen. In der Völkerwanderungszeit zogen sie südwärts und errichteten schließlich ein Königreich an der Donau, nördlich des heutigen Niederösterreich (Rugiland).

Das Ende an der Donau

487 n. Chr. zerschlug Odoaker, der Herrscher Italiens, das Rugierreich. Reste des Volkes zogen mit den Ostgoten nach Italien und verschwanden dort als eigenständige Gruppe. Die Rugier zeigen das typische Schicksal der ostgermanischen Wandervölker: von der Ostsee aufgebrochen, im Süden untergegangen.

„Sie zeichnen sich aus durch runde Schilde und kurze Schwerter und durch Gehorsam gegenüber den Königen."nach Tacitus, Germania 44 (gemeinfrei, eigene Übersetzung)
Was belegt ist: Rugier an der Ostsee bei Tacitus (Germania 44); das Königreich an der Donau (Rugiland) und seine Zerschlagung durch Odoaker 487 in der Vita des Severin (Eugippius) und bei den Historikern der Zeit.
Was Deutung ist: Die Gleichsetzung „Rugier = Rügen" ist ein Anklang, kein Beweis; auch der Weg von der Ostsee zur Donau ist nur in Etappen greifbar. Ob die frühen und die späten „Rugier" wirklich dasselbe Volk waren, bleibt eine offene Frage der Forschung.

Die Rugier gehören zur Welt der ostgermanischen Wandervölker – wie die Heruler und Gepiden. Weiter mit den Herulern.

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