Die Welt war geordnet, die Sonne lief ihre Bahn – doch der Strand lag leer. Da fanden drei Götter am Meeresufer zwei Stücke Treibholz und machten daraus das erste Menschenpaar: Ask und Embla. Von ihnen, so die Edda, stammen wir alle ab.
Ask („Esche") und Embla (vermutlich „Ulme" oder „Efeu/Ranke") waren zunächst leblose Baumstämme ohne Schicksal. Erst die Gaben der Götter machten sie zu Menschen.
Nach der Völuspá kamen drei Asen ans Ufer: Odin, Hönir und Lodurr (bei Snorri: Odin, Vili und Vé). Sie fanden Ask und Embla „kraftlos, schicksallos". Odin gab ihnen den önd – den Atem, den Lebenshauch; Hönir den óðr – Verstand und Bewegung; Lodurr lá und litr góðr – Wärme, Blut und blühende Farbe. So wurde aus totem Holz lebendiger Mensch, in Midgard zuhause.
„Odin gab den Odem, Hönir den Sinn,
Lodurr gab Blut und blühende Farbe."
— Völuspá 18, Übersetzung Karl Simrock (1851, gemeinfrei)

Ymir & die Weltentstehung · Audhumla & Buri · Midgard · Odin · Die neun Welten.
Völuspá (Lieder-Edda), deutsch gemeinfrei: Karl Simrock (1851). Snorri Sturluson, Gylfaginning. Forschung: Rudolf Simek, Lexikon der germanischen Mythologie; John Lindow, Norse Mythology.