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Die Aulerci Eburovices: das Volk, aus dem Évreux wurde

Geschichte & Funde Die Aulerci Eburovices: das Volk, aus dem Évreux wurde Zwischen Seine und Avre saß ein gallisches Volk, dessen Name eine bemerkenswerte Karriere gemacht hat. Aus den Eburovices wurde die civitas Ebroicorum, aus der civitas die Stadt Évreux. Dazwischen liegen ein Aufstand gegen Rom, bei dem die Eburovices ihren eigenen Rat erschlugen, dreitausend Mann im Entsatzheer vor Alesia und eine der größten Tempelstädte Nordgalliens, die heute unter Weizenfeldern liegt.

Ein Name, der eine Stadt überlebte

Die meisten gallischen Völker sind aus der Landkarte verschwunden. Ein paar haben es geschafft, ihren Namen weiterzugeben: die Parisier an Paris, die Remer an Reims, die Turonen an Tours. Die Aulerci Eburovices gehören zu dieser kleinen Gruppe. Um 400 n. Chr. wird ihr Gebiet als civitas Ebroicorum geführt, 511 erscheint der Ort als Ebroicas, um 1034 als Ebroas. Daraus wurde Évreux, die Präfektur des Departements Eure in der Normandie. Der römische Verwaltungsname der Stadt, Mediolanum Aulercorum, ist dagegen untergegangen. Es hat sich also nicht die römische Bezeichnung durchgesetzt, sondern der Name des Volkes, das dort vor Caesar saß. Das ist mehr als eine Anekdote: Es zeigt, wie stabil die vorrömischen Bezirksgrenzen in Gallien blieben. Die Grenzen der späteren civitas und die des mittelalterlichen Bistums Évreux entsprechen einander weitgehend.

Grabungsplan der roemischen Anlagen von Le Vieil-Evreux aus dem Jahr 1841
Gisacum im Grundriss: der Plan, den der Architekt Fetis 1841 nach den Grabungen Theodose Bonnins zeichnete. Erkennbar sind Thermen, Basilika, Theater und die Linie der Wasserleitung. Der Plan zeigt den Forschungsstand des 19. Jahrhunderts, nicht den heutigen; er ist eine Momentaufnahme der Ausgrabung, kein fertiger Stadtplan der Antike.

Zwischen Seine, Avre und Charentonne

Das Gebiet der Eburovices lag im Wesentlichen im heutigen Departement Eure: im Norden die Seine, im Süden die Avre, im Westen die Charentonne. Es ist eine offene Landschaft aus Kalkplateaus, durchschnitten von Flusstälern, gutes Ackerland und eine Region, durch die man reist. Nach Norden lag das Gebiet der Veliocassen um Rouen, nach Westen die Lexovier um Lisieux, nach Süden die Carnuten, deren Heiligtum bei Caesar als Mittelpunkt Galliens gilt. Wer diese Nachbarschaft ansieht, versteht Caesars Feldzüge in der Normandie besser: Die Eburovices saßen nicht am Rand, sondern an einer Schnittstelle zwischen dem Seinetal, der Kanalküste und den Venetern der Bretagne. Sie werden in den antiken Quellen nie als Seemacht beschrieben, aber sie hatten Anteil an den Bündnissen, die entlang dieser Küste geschlossen wurden — Nachbarn wie die Redonen und die Namneten gehörten in dasselbe Geflecht.

Eburovices: siegen sie wirklich durch die Eibe?

Der Name wird meist als gallisch *Eburouīcēs angesetzt und mit „die durch die Eibe siegen“ übersetzt. Er zerfällt in eburo- und das Suffix -uices, „Kämpfer, Sieger“. Der zweite Teil ist unproblematisch; er begegnet in mehreren gallischen Völkernamen. Der erste ist es nicht. Eburo- wird üblicherweise mit „Eibe“ verbunden, mit altirisch ibar als Vergleich, aber mittelkymrisch efwr bedeutet Bärenklau, also eine ganz andere Pflanze. Dieselbe Wurzel steckt vermutlich in den Eburonen am Niederrhein und in Eburacum, dem römischen York. Man darf die Deutung „Eibensieger“ also nennen, sollte sie aber als Rekonstruktion kennzeichnen. Keine antike Quelle sagt, dass die Eburovices mit Eibenbogen oder Eibenspeeren gekämpft hätten. Das ist ein Schluss der Sprachwissenschaft vom Namen auf die Sache, kein überlieferter Befund.

Die Aulerker: ein Verband, dessen Klammer wir nicht kennen

„Aulerci“ ist kein einzelnes Volk, sondern ein Sammelname. Antike Quellen nennen die Aulerci Eburovices um Évreux, die Aulerci Cenomani um Le Mans (römisch Vindinum) und die Aulerci Diablintes um Jublains (Noviodunum). Caesar nennt in seinem Alesia-Kapitel außerdem Aulerci Brannovices, und zwar unter den Klienten der Häduer, also weit im Osten. Was diese Gruppen verband, ist offen. Der Keltologe Venceslas Kruta hält es für möglich, dass es sich um pagi handelt, die sich in vorrömischer Zeit von einer größeren Einheit abgespalten haben. Beweisen lässt sich das nicht. Sicher ist nur: Die drei westlichen Aulerkergruppen bildeten in römischer Zeit eigene civitates mit eigenen Hauptorten. Die Diablintes verloren ihre Selbstständigkeit in der Spätantike und wurden der civitas der Cenomani zugeschlagen; Jublains sank zum Landort ab. Die Eburovices dagegen behielten ihre Einheit bis ins Mittelalter.

56 v. Chr.: ein Volk erschlägt seinen eigenen Rat

Der erste sichere Auftritt der Eburovices in der Geschichte ist zugleich der drastischste. Im Jahr 56 v. Chr., während Caesar mit den Venetern an der Atlantikküste beschäftigt war, zog sein Legat Quintus Titurius Sabinus gegen die Venellen im heutigen Cotentin. Deren Anführer Viridovix hatte den Oberbefehl über alle abgefallenen Völker übernommen. In diesen Tagen entschieden sich auch die Eburovices und die Lexovier für den Krieg. Caesar berichtet in einem einzigen Satz, wie diese Entscheidung fiel:

Atque his paucis diebus Aulerci Eburovices Lexoviique, senatu suo interfecto quod auctores belli esse nolebant, portas clauserunt seque cum Viridovice coniunxerunt.
„Und in diesen wenigen Tagen schlossen die Aulerci Eburovices und die Lexovier ihre Tore und verbanden sich mit Viridovix, nachdem sie ihren eigenen Senat erschlagen hatten, weil dieser nicht Urheber des Krieges sein wollte.“Caesar, De bello Gallico III,17,3; Übersetzung: Glanz & Gravur

Was dieser eine Satz über gallische Politik verrät

Der Satz ist knapp, aber er sagt viel. Erstens: Die Eburovices hatten einen Rat, den Caesar mit dem römischen Wort senatus wiedergibt, und dieser Rat konnte über Krieg und Frieden entscheiden. Zweitens: Er war gegen den Krieg. Drittens: Es gab eine Gruppe, die ihn überstimmen konnte, indem sie ihn tötete. Solche innergallischen Brüche ziehen sich durch Caesars ganzen Bericht, von Vercingetorix, den seine eigenen Verwandten zunächst aus Gergovia vertrieben, bis zu den Arvernern und Carnuten. Der Gegensatz verlief nicht schlicht zwischen Galliern und Römern, sondern quer durch die Völker: hier eine Führungsschicht, die sich mit Rom arrangiert hatte, dort eine Kriegspartei. Caesar erzählt das nicht neutral. Er hat ein Interesse daran, seine Gegner als Wortbrüchige und Aufwiegler zu zeigen. Dass die Grundstruktur der Auseinandersetzung stimmt, wird dadurch nicht unwahrscheinlicher, aber die Zuspitzung stammt von ihm.

Der Aufstand endet vor einem römischen Lagertor

Militärisch endete die Sache schnell. Sabinus verschanzte sich, ließ sich tagelang zum Kampf herausfordern und tat nichts. Dann schickte er einen gallischen Überläufer ins gegnerische Lager, der erzählte, die Römer wollten in der Nacht abziehen. Das Aufgebot des Viridovix lief daraufhin im Sturmschritt und mit Reisig beladen den Hang zum römischen Lager hinauf, um die Gräben zu füllen, und kam außer Atem oben an. Sabinus ließ aus zwei Toren ausfallen. Die Verfolgung übernahm die Reiterei. Caesar fasst das Ergebnis lakonisch zusammen: Alle beteiligten Völker ergaben sich sofort. Am Ende desselben Buches vermerkt er, dass er sein Heer unter anderem bei den Aulerkern und Lexoviern überwintern ließ, also bei denen, die eben noch Krieg geführt hatten. Einquartierung war Teil der Strafe und zugleich die billigste Form der Besatzung.

Alesia: dreitausend Mann aus dem Eureland

Vier Jahre später standen die Eburovices wieder auf der Gegenseite. Als Vercingetorix in Alesia eingeschlossen war, beschloss die Versammlung der gallischen Fürsten, nicht alle Waffenfähigen aufzubieten, sondern jedem Volk eine feste Zahl vorzuschreiben. Caesar überliefert diese Liste, und sie ist eine der wertvollsten Quellen zur Größenordnung gallischer Gemeinwesen. Die Mandubier, in deren Stadt der Kampf tobte, kommen darin nicht vor. Die Eburovices schon: „Veliocassis, Lexoviis et Aulercis Eburovicibus terna“ — den Veliocassen, den Lexoviern und den Aulerci Eburovices je dreitausend. Die Aulerci Cenomani stellten fünftausend, die Parisier achttausend. Man sollte diese Zahlen nicht für eine Volkszählung halten; es sind Sollstärken eines Aufgebots, die Caesar für seine Leser nennt, und seine Gesamtsummen gehen an anderer Stelle rechnerisch nicht auf. Als Rangordnung sind sie trotzdem aufschlussreich: Die Eburovices waren ein mittleres Volk, kein Großverband.

Was gesichert ist

Caesar nennt die Aulerci Eburovices ausdrücklich zweimal: De bello Gallico III,17,3 (Anschluss an Viridovix nach der Ermordung des eigenen Senats, 56 v. Chr.) und VII,75,3 (dreitausend Mann für das Entsatzheer vor Alesia, 52 v. Chr.); III,29,3 nennt die Winterquartiere „in Aulercis Lexoviisque“. Plinius, Naturalis historia 4,107, führt sie als „Aulerci qui cognominantur Eburovices“, Ptolemaios, Geographie 2,8,9, als Αὐλίρκιοι Ἐβουρουικοί. Archäologisch gesichert sind die Tempelstadt bei Le Vieil-Évreux mit ihrem sechseckigen Straßenring von rund 5,6 km Länge, einem Areal von etwa 230 bis 250 Hektar, einem Theater von rund 106 m Durchmesser, einer Thermenanlage von 109 x 84 m und einer Wasserleitung von etwa 27 km, ferner die Aufgabe des Platzes ab etwa 250 n. Chr. Ein Weihaltar von dort nennt einen deus Gisacus. Um 400 erscheint die civitas Ebroicorum in den spätrömischen Verwaltungslisten.

Eber, Pferd und ein umstrittener Münzname

Die Eburovices prägten eigenes Geld. In der numismatischen Literatur werden ihnen Hemistatere zugewiesen, also halbe Statere in Edelmetall, dazu Bronzen und Potins. Die Bildsprache ist die der nordgallischen Prägungen: ein stilisierter Kopf auf der Vorderseite, ein galoppierendes Pferd auf der Rückseite, dazu ein Eber, ein Wolf, Ringe, Ranken, gelegentlich ein Vogel. Der Eber ist auf ihren Münzen auffallend häufig, als Beizeichen unter dem Pferd ebenso wie als Feldzeichen im eigenen Bild. Eine Bronze trägt eine Legende, die in der Forschung sehr unterschiedlich gelesen wurde und in der man den Volksnamen selbst vermutet. Wichtig ist die Vorsicht bei den Zuweisungen: Dieselben Typen wurden im 19. und 20. Jahrhundert nacheinander den Caleten, den Veliocassen und den Ambianern gegeben. Die heutige Ordnung geht wesentlich auf Simone Scheers zurück, die auch den Münzbestand des Museums von Évreux bearbeitet hat. Ein großer Teil dieses Bestands stammt aus einer einzigen Grabung: Marcel Baudot legte 1936 beim Fanum von Cracouville nahe Le Vieil-Évreux 149 Münzen frei.

Mediolanum Aulercorum: die Stadt in der Mitte

Der römische Hauptort der civitas hieß Mediolanum Aulercorum. Mediolanum ist einer der häufigsten gallischen Ortsnamen überhaupt; Mailand trägt ihn ebenso. Er wird meist als „Mitte der Ebene“ gedeutet, wobei viele Forscher einen feierlichen, womöglich sakralen Beiklang annehmen: die Mitte eines Gebiets, nicht bloß eine geografische Angabe. Ausgebaut wurde der Ort gegen Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr., also unter Augustus, mit Theater, Thermen und Forum. Wo der vorrömische Hauptort lag, ist nicht geklärt. Eine verbreitete Vermutung sucht ihn auf den Höhen von Saint-Michel über Évreux; ein ergrabenes Oppidum, das man den Eburovices sicher zuweisen könnte, gibt es bislang nicht. Im 3. Jahrhundert erhielt Mediolanum eine starke Mauer, deren Reste heute im Museum von Évreux zu sehen sind. Theater und Thermen lagen außerhalb und wurden aufgegeben.

Gisacum: die sechseckige Stadt

Sieben Kilometer östlich, oben auf dem Plateau, entstand im 1. Jahrhundert n. Chr. der eigentliche Sonderfall. Zunächst wuchsen dort zwei Wohnviertel um ein Heiligtum und ein Forum, in einem gewöhnlichen Rasterschema. Unter Trajan wurden diese Viertel abgerissen und durch etwas ersetzt, das es im Römischen Reich sonst nicht gibt: Die öffentlichen Bauten blieben in der Mitte, die Wohnbebauung wurde an den Rand verlegt und in einen sechseckigen Straßenring gezwungen, rund 5,6 Kilometer lang, unter dem die Wasserleitung verlief. Alle Häuser standen an diesem Ring und waren nach innen ausgerichtet, auf das Heiligtum. Der Durchmesser der Anlage betrug etwa 1,8 Kilometer, die Fläche 230 bis 250 Hektar. Im Zentrum lagen Thermen, das große Heiligtum von rund 6,8 Hektar und ein Theater mit einem geschätzten Fassungsvermögen von etwa 7000 Zuschauern. Das Wasser kam über eine rund 27 Kilometer lange Leitung und wurde in einem Wasserschloss auf drei Stränge verteilt. Das ist keine Stadt im gewöhnlichen Sinn, sondern eine gebaute Wallfahrt.

Der Gott Gisacus und der Apollon aus Bronze

Auch der Name dieser Anlage ist eine Rekonstruktion. Er stützt sich auf eine Weihinschrift vom Ort, die einem deus Gisacus gilt — „[A]ug(usto) deo Gisaco / [Ta]uricius Agri/[co]la de suo po/suit“ —, und auf eine spätere Heiligenvita, die eine Villa „in Gisacum“ erwähnt. Über den Gott selbst wissen wir fast nichts. Man nimmt an, dass er im römischen Kult mit Apollo gleichgesetzt wurde, wie es bei einheimischen Gottheiten üblich war und wie es die keltische Religion unter römischer Herrschaft insgesamt kennzeichnet. Dafür spricht ein Fund von 1840: eine Bronzestatue des Apollon von 83 cm Höhe aus dem Tempelbereich, die eine Mauerkrone trägt und damit als Schutzgott der Stadt ausgewiesen ist. Aus demselben Zusammenhang stammt eine bronzene Jupiterfigur, die zu den bedeutendsten antiken Bronzen Galliens zählt. Beide stehen heute im Museum von Évreux. Weitere Statuen legen Kulte für Herkules, Merkur und Minerva nahe. Was hier tatsächlich rituell geschah und ob vor der Eroberung Druiden daran beteiligt waren, sagt keine Quelle.

Mythos-Check

„Die durch die Eibe siegen“ ist eine sprachliche Rekonstruktion, keine Selbstaussage; eburo- lässt sich nicht zwingend auf die Eibe festlegen, und Eibenwaffen der Eburovices sind nirgends überliefert. Der Ortsname „Gisacum“ ist ebenfalls erschlossen, aus einer einzigen Weihinschrift und einer mittelalterlichen Heiligenvita, deren historischer Wert umstritten ist; die antike Selbstbezeichnung der Tempelstadt kennen wir nicht. In VII,4 nennt Caesar unter den Verbündeten des Vercingetorix nur pauschal „Aulerci“, nicht die Eburovices, und der bei Lutetia kommandierende Camulogenus heißt bei ihm schlicht „Aulercus“ — welche Aulerkergruppe gemeint ist, sagt der Text nicht. Ihm eine Herkunft aus Évreux zuzuschreiben, ist Deutung. Und die berühmte Sechseckform von Gisacum ist ein Straßen- und Bebauungsring, kein Wall: Die Tempelstadt war unbefestigt.

Das Ende: aufgegeben, abgebaut, verbaut

Ab etwa 250 n. Chr. wurde Gisacum verlassen. Es sieht nicht nach einer Katastrophe aus, sondern nach einer Entscheidung: Das Heiligtum wurde geschlossen, die Bauten wurden abgetragen. Die üblichen Erklärungen nennen die Krise des 3. Jahrhunderts, die ersten Einfälle im Nordwesten Galliens, das Fehlen jeder Befestigung an einem rein religiösen Platz und den wirtschaftlichen Einbruch. Die Bewohner zogen nach Mediolanum, das sich hinter seine neue Mauer zurückzog. Der Plateauplatz wurde zum Steinbruch, aus dem man in Évreux baute — die Stadtmauer aus dem 3. Jahrhundert ist teilweise aus dem Material der aufgegebenen Tempelstadt errichtet. Der Tempel selbst fiel wohl im 4. Jahrhundert. Danach blieb oben nur ein Dorf. Wiederentdeckt wurde die Anlage im frühen 19. Jahrhundert; ausgegraben wird bis heute, unter anderem am Tempel und am Theater, und die Trockenheit des Sommers 1976 machte auf Luftbildern noch einmal die volle Ausdehnung sichtbar.

Von den Eburovices zu Évreux

Was bleibt, ist die Kontinuität des Namens. Die spätrömische Verwaltung benannte den Bezirk nicht mehr nach der Stadt, sondern nach dem Volk: civitas Ebroicorum. Aus dieser Formel wurde der Stadtname. Das Bistum Évreux, dessen Grenzen weitgehend denen der alten civitas folgen, hat diese Einteilung durch das ganze Mittelalter getragen. Wenn heute jemand von Évreux spricht, spricht er, ohne es zu wissen, den Namen eines Volkes aus, das Caesar in einem einzigen harten Satz beschrieben hat.

Die Bildsprache dieser Münzen — der Eber unter dem galoppierenden Pferd, der Kopf aus wenigen Linien, die Ranken und Ringe im Feld — ist Handwerk unter härtesten Bedingungen: winzige Flächen, ein Stempel, kein zweiter Versuch. Wer solche Motive graviert, merkt schnell, wie viel Entscheidung in jeder Linie steckt. Wir arbeiten in unserer kleinen Familienmanufaktur in Alsdorf mit dem Laser statt mit dem Stempel, aber die Frage ist dieselbe: Was lässt man weg, damit das Wesentliche stehen bleibt. Die keltischen Krieger und ihre Bildwelt sind für uns vor allem das: eine Schule des Weglassens.

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