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Die Gepiden: Im Schatten der Goten

Geschichte & Funde Die Gepiden: Im Schatten der Goten Sie galten als die langsamen Brüder der Goten – und errichteten doch nach dem Sturz des Hunnenreichs ein eigenes Königreich.

Die Gepiden waren ein ostgermanisches Volk, das nach der Überlieferung des Jordanes eng mit den Goten verwandt war und wie diese aus dem Norden (Scandza) gekommen sein soll.

Gepidische Münze aus Sirmium
Münze der Gepiden aus der Prägestätte Sirmium, im Namen des byzantinischen Kaisers Anastasius I. geschlagen. CNG Coins, CC BY-SA 3.0, über Wikimedia Commons.

Aufstieg und Fall

Nach dem Tod Attilas führten die Gepiden 454 in der Schlacht am Nedao den Aufstand gegen die Hunnen an und gründeten ein Reich an der mittleren Donau. 567 wurden sie von Langobarden und Awaren vernichtet; die Reste gingen in anderen Völkern auf.

„Weil sie träge und langsamer waren, erhielten sie den Spottnamen Gepiden."nach Jordanes, Getica (gemeinfrei, eigene Übersetzung)

Verwandte der Goten

Die Gepiden waren ein ostgermanisches Volk, eng verwandt mit den Goten. Der Sage nach kamen sie mit ihnen aus dem Norden, blieben aber zurück – daher ihr Name, den Jordanes spöttisch von „gepanta" (die Trägen) ableitet. Sie siedelten schließlich im Karpatenbecken.

Unter der Herrschaft Attilas

Im 5. Jahrhundert gerieten die Gepiden unter die Vorherrschaft der Hunnen. Ihr König Ardarich war einer der wichtigsten Gefolgsleute Attilas und kämpfte an seiner Seite – bis zum Tod des großen Hunnenkönigs.

Die Schlacht am Nedao 454

Nach Attilas Tod führte Ardarich die germanischen Völker in die Freiheit: In der Schlacht am Nedao 454 zerschlugen sie die Herrschaft der Hunnen. Die Gepiden gewannen ein eigenes Reich im Gebiet des heutigen Ungarn und Rumänien.

Untergang 567

Zwei Jahrhunderte später kam das Ende: 567 wurden die Gepiden von einem Bündnis der Langobarden und der Awaren vernichtend geschlagen. Ihr Reich verschwand, die Reste gingen in anderen Völkern auf.

Warum uns das berührt

Die Gepiden gehören zu den großen ostgermanischen Völkern der Völkerwanderung, deren Aufstieg und Fall die Spätantike prägten. Bei GLANZ & GRAVUR erzählen wir ihre Geschichte aus den Quellen – ein dramatisches Kapitel europäischer Geschichte.

Mythos-Check: Die Herleitung des Namens „Gepiden" von „die Trägen" stammt aus Jordanes' Gotengeschichte und ist eine volkstümliche Deutung (Etymologie-Sage), kein sprachwissenschaftlicher Beweis.
Was belegt ist: Gepiden als ostgermanisches Volk (Jordanes), ihre Rolle in der Schlacht am Nedao 454, das Donaureich und der Untergang 567 durch Langobarden und Awaren (spätantike Quellen, Grabfunde).
Was Deutung ist: Die Namensdeutung „die Trägen" ist Jordanes' Volksetymologie, kein Beweis. Die gemeinsame Herkunft mit den Goten „aus Scandza" ist ein literarisches Ursprungsmotiv, kein Fund.

Die Gepiden gehören zu den ostgermanischen Wandervölkern. Weiter mit den Goten und Herulern.

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