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Idun und die Äpfel der Jugend

Mythologie Idun und die Äpfel der Jugend

Idun hält das größte Geheimnis der Götter in einem einfachen Kästchen: die Äpfel, die jung erhalten. Ohne sie würden selbst Odin und Thor altern, ergrauen und sterben – die ganze Herrlichkeit Asgards hängt an einer stillen Göttin und ihrer Ernte.

Idun (altnordisch Iðunn) ist die Göttin der Jugend und Erneuerung, Hüterin der goldenen Äpfel und Gemahlin des Dichtergottes Bragi. Sie tritt selten in den Vordergrund – aber ohne sie steht die Welt der Asen still.

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Die Äpfel der Jugend

Die Götter sind nicht von Natur aus unsterblich. Ihre ewige Jugend verdanken sie Iduns Äpfeln, von denen sie beißen, sobald das Alter naht. Solange Idun ihr Kästchen hütet, bleibt Asgard jung – ein bemerkenswert zerbrechliches Fundament für eine Götterwelt.

„Sie bewahrt in ihrem Kästchen die Äpfel, von denen die Götter beißen, wenn sie altern; dann werden sie alle wieder jung – und so wird es sein bis zum Ragnarök.“— nach Snorri, Gylfaginning 26 (Übersetzung nach Karl Simrock, gemeinfrei)

Der Raub durch Thjazi

Genau diese Abhängigkeit macht Idun zur Zielscheibe. Der Riese Thjazi zwingt Loki, ihm Idun samt Äpfeln auszuliefern. Kaum ist sie fort, ergrauen die Götter und werden runzlig – ein seltenes Bild alternder Gottheiten. Sie zwingen Loki, den Frevel wiedergutzumachen: Im Falkengewand fliegt er nach Riesenheim, verwandelt Idun in eine Nuss und trägt sie zurück, während Thjazi als Adler hinterherjagt und an Asgards Mauer verbrennt.

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Bragi, der Dichtergott

Iduns Gemahl ist Bragi, der Gott der Dichtkunst und Beredsamkeit – nach ihm ist vielleicht der Ehrentitel des Skalden benannt. Erneuerung und Dichtung, Jugend und Wort: ein passendes Paar in einer Kultur, die das Gedächtnis in Versen bewahrte.

Die wahre Ostara?

Weil Idun das neue Leben verkörpert – Verjüngung, Grünen, den Sieg des Lebens über den Tod –, sehen manche in ihr die eigentliche „Frühlingsgöttin". Das etymologisch verwandte Wort Iðgrœnn bedeutet „neu ergrünen", und die angelsächsische Form Eodgeonga wird bisweilen mit Bedas Eostre verbunden. Sicher ist das nicht – die vermeintliche „Ostara" ist zum großen Teil eine Konstruktion Jacob Grimms. Wir gehen dem eigens nach: Ostara, Varblot & Sigrblot.

Die Hüterin der Jugend

Idun (Iðunn) ist die Göttin der ewigen Jugend – die Hüterin der goldenen Äpfel, die den Göttern ihre Unsterblichkeit und Kraft erhalten. Ohne sie und ihre Äpfel würden selbst die Asen altern und vergehen.

Die Äpfel der Unsterblichkeit

Idun bewahrt in ihrer Truhe die Äpfel der Jugend auf. Wann immer die Götter das Alter spüren, essen sie davon und werden wieder jung. So ist Idun die stille, aber lebenswichtige Grundlage der ganzen Götterwelt.

Der Raub durch Thjazi

Die berühmteste Geschichte erzählt, wie Loki – von dem Riesen Thjazi gezwungen – Idun und ihre Äpfel aus Asgard lockte. Ohne die Äpfel begannen die Götter rasch zu altern und zu ergrauen. Erst als Loki Idun zurückholte, wich die Gefahr.

Ein Sinnbild der Erneuerung

Idun verkörpert die Erneuerung des Lebens – die immer wiederkehrende Frische, ohne die selbst die Götter nicht bestehen. Ihr Bild vom goldenen Apfel gehört zu den schönsten der nordischen Mythologie.

Beleg: Idun, ihre Äpfel und der Raub durch Thjazi schildern das Haustlöng-Gedicht (Skaldik) und Snorri (Skáldskaparmál); die Lokasenna erwähnt sie.
Mythos-Check: Ob die „Äpfel" ursprünglich wirklich Äpfel waren, ist unsicher – das altnordische Wort konnte allgemein „Obst" oder „Frucht" meinen. Der Apfel als Symbol der Unsterblichkeit ist teils spätere Ausdeutung.
Beleg & Quellen. Äpfel der Jugend: Gylfaginning 26, Skáldskaparmál (Bragaræður). Raub durch Thjazi & Rettung: Skáldskaparmál (nach dem Schildgedicht Haustlöng des Þjóðólfr). Idun & Loki: Lokasenna 17. Standardwerk: Rudolf Simek, Lexikon der germanischen Mythologie.

Mythos-Check. Der Name Iðunn bedeutet wohl „die Erneuernde/Verjüngende". Ob es wirklich Äpfel waren, ist unsicher: Das altnordische epli konnte allgemein „Baumfrucht" oder sogar „Nuss" meinen – die roten Paradiesäpfel unserer Vorstellung sind teils spätere Ausschmückung. Sicher ist die Idee dahinter: zyklische Erneuerung des Lebens, nicht simple Unsterblichkeit.

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Loki · Skadi · Schätze der Götter · Das Götter-Pantheon.

Quellen & Literatur

Lokasenna, Haustlöng (Lieder-Edda / Skaldik), deutsch gemeinfrei: Karl Simrock (1851). Snorri Sturluson, Gylfaginning, Skáldskaparmál. Forschung: Rudolf Simek, Lexikon der germanischen Mythologie; John Lindow, Norse Mythology (2001).

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