Blog / Götter

Skadi – Göttin des Winters

Götter & Göttinnen Skadi, Göttin der Jagd und des Winters, auf Skiern mit Bogen

Sie kam nach Asgard, um Rache zu nehmen – und blieb als Göttin. Skadi ist die Herrin der Berge, des Winters, der Jagd und des Skilaufs: eine Riesin, die sich ihren Platz unter den Göttern erkämpfte, statt ihn geschenkt zu bekommen.

Skadi (altnord. Skaði) ist die Tochter des Riesen Thjazi. Ihr Name hängt möglicherweise mit „Schaden“ zusammen – oder, spannender, mit dem alten Namen für das Land selbst: Manche Forscher sehen in Skaði eine Wurzel von „Skandinavien“ („Skadis Insel/Land“). Ob das stimmt, ist umstritten, aber es passt: Skadi ist die Göttin der winterlichen Nordlandschaft schlechthin.

Der Zug nach Asgard

Skadis Geschichte beginnt mit einem Tod. Die Götter hatten ihren Vater Thjazi getötet (er hatte zuvor die Göttin Idun und ihre Äpfel geraubt). Zur Rache rüstet sich Skadi mit Helm, Panzer und Waffen und zieht allein nach Asgard. Statt sie zu bekämpfen, bieten ihr die Götter Sühne an: dreierlei zur Versöhnung – eine Ehe mit einem Gott, dass Loki sie zum Lachen bringt, und dass ihr toter Vater am Himmel geehrt wird.

Die Brautwahl nach den Füßen. Skadi darf sich einen Mann wählen – aber nur nach dem Anblick der Füße. Sie erhofft sich den schönen Baldr und greift nach den saubersten Füßen. Es sind die des Meergottes Njörd. Die Ehe wird unglücklich: Sie hält es nicht am lärmenden Meer aus (die Möwen halten sie wach), er nicht in ihren stillen, kalten Bergen (die Wölfe heulen ihm zu laut). So trennen sie sich – ein fast modernes Bild von zwei Menschen, die einander nicht dorthin folgen können, wo der andere zu Hause ist.

Und Lokis Teil? Um Skadi zum Lachen zu bringen, bindet Loki sich ein Seil an einen Ziegenbock und an sein eigenes Geschlecht – ein derbes Zerrspiel, das mit Geschrei endet, bis er Skadi in den Schoß fällt. Da lacht sie. Der Aufstieg der ernsten Riesin zur Göttin ist damit besiegelt.

„Auf Skiern gleitet sie und mit dem Bogen
jagt sie durch winterliche Höhen.“
— Bild nach Snorris Gylfaginning (Sinn nach Simrock, gemeinfrei)
Quelle. Skadis Geschichte steht in Snorris Skáldskaparmál und Gylfaginning (Prosa-Edda, um 1220) sowie in Lokasenna und Grímnismál der Lieder-Edda. Ihr Wohnsitz heißt Þrymheimr, die Halle ihres Vaters in den Bergen. Standardwerk: Rudolf Simek, Lexikon der germanischen Mythologie.

Skiläuferin, Jägerin, „Ski-Göttin“

Skadi wird öndurgud und öndurdís genannt – „Ski-Göttin“ und „Schneeschuh-Herrin“. Bogen, Ski und die winterliche Bergjagd sind ihre Attribute. In ihr feiern die Nordleute das, was ihr Leben im Winter wirklich ausmachte: das Überleben in Schnee und Kälte, die Jagd als Kunst, die Selbstständigkeit. Skadi ist keine liebliche Göttin, sondern eine harte, freie – und gerade deshalb bis heute beliebt.

Lasergravierte Schieferplatte mit nordischem Motiv von Glanz & Gravur
Die Gestalten der nordischen Welt – als lasergravierte Schieferplatte aus unserer Manufaktur. Motive im Shop ansehen →
Aus Aachen, für den Norden. Ob Berg, Wolf oder Jagdmotiv – wir gravieren die Zeichen des Nordens auf Schiefer, Holz und Glas. Motivplatten unter den Schieferplatten, Naturschmuck in der Edelstein- & Naturschmuck-Welt. Zum Shop.

Weiterlesen bei uns

Njörd & die Wanen · Idun & die Äpfel der Jugend · Loki · Das Götter-Pantheon · Frigg.

Quellen & Literatur

Lieder-Edda: Grímnismál (Þrymheimr), Lokasenna. Snorri Sturluson, Prosa-Edda (Skáldskaparmál: Thjazi, Sühne, Brautwahl; Gylfaginning), um 1220. Deutsche gemeinfreie Übersetzung: Karl Simrock, Die Edda (1851). Forschung: Rudolf Simek, Lexikon der germanischen Mythologie; John Lindow, Norse Mythology (2001).

Zum Shop Mehr Beiträge