In der Nacht, in der die Toten zurückkehren und die Anderswelt ganz nah ist: Samhain war das größte Fest der Kelten – Jahreswende, Erntedank und Totengedenken zugleich. Und es ist der wahre Kern hinter Halloween.
Samhain (irisch, gesprochen etwa „Sau-in") markierte bei den Kelten den Beginn des Winterhalbjahres – Anfang November. Es war das wichtigste der vier großen keltischen Feste und galt als Jahreswende: das Ende der Erntezeit und der Anfang der dunklen Hälfte des Jahres.
Nach dem Volksglauben wurde in der Samhain-Nacht die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Anderswelt durchlässig: Die Toten und die Wesen der Anderswelt konnten herüberkommen. Man zündete Feuer an, brachte Gaben dar und schützte sich vor umherziehenden Geistern. Es war ein Fest voller Ehrfurcht vor den Toten und dem Ungewissen.
Als das Christentum kam, legte die Kirche Allerheiligen (1. November) und Allerseelen (2. November) genau auf diese Zeit. Aus dem Vorabend von Allerheiligen (All Hallows' Eve) wurde Halloween. Über irische Auswanderer gelangte das Fest nach Amerika und kam von dort als Kürbis-und-Kostüm-Fest zurück nach Europa. Der Kern aber – die Nacht der Toten am Winteranfang – ist uralt und keltisch.
„Verstand bedarf, wer weit reist; daheim ist alles leicht."Hávamál 5, nach Karl Simrock 1851 (gemeinfrei)
Samhain ist die dunkle Schwelle des keltischen Jahres – ein Fest der Ahnen, das bis in unser Halloween nachhallt. Verwandt ist die germanische Vorstellung der Rauhnächte. Mehr im Überblick Keltische Religion.

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